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Pechsträhne für Greenpeace

Eine Glosse von Thomas Deichmann

Vergangenen Donnerstag (23.7.09) übte sich Greenpeace mal wieder als Besserwisser der Nation. Im Rahmen eines Minispektakels vor den Toren der Molkereizentrale Weihenstephan in Freising wurde ein rund zweieinhalb Meter hoher Briefkasten aufgestellt (s. http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/nachrichten/artikel/weihenstphan_und_die_verbrauchermeinung/). Dort hinein wanderten nach Angaben des Katastrophistenvereins rund 10.000 Kärtchen und Briefe seiner Anhänger, um gegen den Einsatz von gentechnisch verändertem Futter für Milchkühe zu protestieren. Solche Futtermittel sind seit Jahr und Tag Standardware auf den Weltmärkten und zudem unbedenklich. Letzteres stellten zuletzt zum x-ten Male Molekularbiologen der TU München fest (s. http://www.idw-online.de/pages/de/news307061). Aber in einer Demokratie mit großer Wertschätzung der Meinungsfreiheit darf natürlich jeder meinen, was er möchte – so auch Greenpeace.

Angesichts der Quacksalberei im Zusammenhang mit den Gefahren von „Gen-Milch“ sollte man aber auch jene tolerieren, die sich dafür nicht erwärmen lassen. Hierzu zählt offenbar glücklicherweise die Mehrheit der Bundesbürger – 10.000 läppische und mit großem Aufwand zusammengetrommelte Briefchen bei einer Bevölkerung von 80 Millionen und einer seit Jahren gespielten Angstkampagne reißen nicht gerade vom Hocker! Zu den Misanthropie-Skeptikern zählen auch Landwirte, die das vorteilhafte Futter nutzen – und nicht zuletzt die Molkerei Weihenstephan. Deren Geschäftsziel ist es, gute Milchprodukte zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Mit den Hamburger Zeugen des drohenden Weltuntergangs hat man dafür keinen Vertrag geschlossen.

Und so, wie es jedes Bürgers Recht ist, religiöse Sektenvertreter oder Drückerkolonnen nicht ins Haus zu lassen, so hat man in Freising anscheinend Besseres zu tun als wertvolle Zeit in einem hart umkämpften Marktsegment mit Vertretern der deutschen Angstindustrie zu vergeuden. So scheiterte schon der erste Versuch von Greenpeace, der Molkerei im vergangenen Mai 4000 Protestschreiben zu übergeben. Offenbar wollte man in Hamburg Porto sparen, doch es fand sich niemand, der die Postfracht in Freising entgegennahm. Die Pechsträhne hielt auch letzte Woche an: Der mit viel Schweiß errichtete Greenpeace-Kasten durch die mittlerweile etwas in die Jahre gekommene Aktivistentruppe wurde von der Polizei abgeräumt und landete samt Inhalt in einem Feuerwehrfahrzeug. Die Briefe sind also wieder nicht bei Weihenstephan angekommen, sondern liegen nur wahrscheinlich in irgendeiner Asservatenkammer der Freisinger Ordnungshüter (s. BR Abendschau: http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/abendschau/gen-proteste-greenpeace-kronthaler-ID1248344951388.xml). Ob Greenpeace sie wenigstens zurückbekommt? Zunächst steht erneut eine Gerichtsverhandlung an, was die Kosten für das Minispektakel in die Höhe treiben dürfte. Mit einer normalen Spedition hätte sich das doch alles viel einfacher bewerkstelligen lassen …

Thomas Deichmann ist Chefredakteur von NovoArgumente. Kürzlich ist sein neues Buch “Warum Angst vor Grüner Gentechnik. Wie Fortschritt in den Biowissenschaften verhindert wird” erschienen (Halle 2009, http://www.projekte-verlag-shop.de/epages/61706427.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61706427/Products/978-3-86634-693-2).

27.07.2009 | Permanenter Link |

Kategorie(n): Politik und Demokratie | Umwelt und Gesundheit

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Könnte man es finanzieren, bräuchte man bei jeder Greenpeace-Aktion nur einen Stand mit gutem Aufklärungsmaterial aufzubauen, eine Unterschriftsaktion zu starten und somit die wahren Sympathiewertungen für diese heuchlerische Bande zu dokumentieren. Die gemeine Bevölkerung ist klüger als die Medien kundtun.
Das erpresserische Wesen dieser selbsternannten Hüter des “Guten” ist leider viel zu wenig an die Öffentlichkeit gelangt. Die Angst in das Zielfeld der ökologistischen Inquisitoren zu geraten beherrscht die Denkweise der Chefetagen. Dem verzweifelten Entrinnen vor dem wirtschaftlichen Ruin, durch gezielte Anti-Kampagnen von Greenpeace ausgesetzt, geht man lieber darauf ein gemeinsam mit großem Werbe-Gejohle um das goldene Kalb der ökologistischen Korrektheit zu tanzen.
Habt Mut, tretet dagegen auf. Es geht um nichts weniger , als um die Freiheit, die einer kriminellen Vereinigung wie Greenpeace nicht den Pfifferling wert ist.

Bibliothekar
30.07.2009  23:02

Dem Begriff Glosse macht der Beitrag von novo-argumente Geschäftsführer Thomas Deichmann alle Ehre…leider sehr einseitig, im Sinne von polemisch.
Aber nicht nur das, auch gezielt lancierte Falschaussagen finden sich hier wieder. So denkt Herr Deichmann, dass die Briefe von Greenpeace Anhängern sind; ich allein kenne schon 2 Bürger, die einen solchen Brief verschickt haben und weder Mitglieder noch Sympathisanten sind. Wo Herr Deichmann Kärtchen gesehen hat, steht ebenfalls in den Sternen.
Auffällig ist auch die Bagatellisierung von 10000 Briefen; die Zahl sei lächerlich in Bezug auf 80 Mio. Bundesbürger; Herr Deichmann lässt hier jedoch unter den Tisch fallen, dass es nicht 80 Mio. einkaufende Verbraucher gibt, oder dass es nicht 80 Mio. Milch trinkende Bürger gibt.
Das Lächerlich machen beherrscht Herr Deichmann vortrefflich, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass er Kentnisse über die Art der Unterschriftensammlung hat; behaupten tut ers aber, denn sie seien mühsam zusammengetragen worden.
Übrigens kenne ich eine Menge Bürger, die Weihenstephaner Produkte meiden, aber keine Briefe geschrieben haben.
Pikant auch die Bezeichnung von “Angstindustrie” für Vereine, die sich für natürliche Lebensmittel einsetzen. Der wahre Hintergrund, dass sich Herr Deichmann so empört dürfte sein, dass es hier jemand wagt, die deutsche Industrie zu kritisieren; das geht natürlich unter keinen Umständen.
Eine in die Jahre gekommene Aktivistentruppe, beschreibt Herr Deichmann Greenpeace; erstens sind das, soweit man in der Presse gesehen hat Leute zwischen 20 und 30 Jahren mehrheitlich und zweitens bedeutet die Eigenschaft “in die Jahre gekommen” per se nichts negatives; wir sehen also, gezielt lanciertes Herabsetzen von Greenpeace, ganz im Sinne von vom Weihenstphaner Chef Theo Müller übrigens. Vielleicht wurde der Briefkasten übrigens ganz ohne Schweiss errichtet? Wer weis….
Gentechnisch veränderte Futtermittel seien unbedenklich, dafür steht Herr Deichmann ebenfalls; Respekt vor dem, der dies für die Zukunft versichern kann; das mag sogar sein, nur eines sind sie mit Sicherheit nicht, für das aber die Molkerei Weihenstephan steht: natürlich.
Und wenn ein Konzern, oder anscheinend auch ein Herr Deichmann die Definitionshoheit für sich beanspruchen, welcher Bürger ein Verbraucher ist und welcher nicht, ist das selbstsprechend und zeugt von einer diktatorischen Haltung, die wir eigentlich schon längst begraben haben…....sollten.

Thomas Benker
01.08.2009  19:34

Werter Herr Benker,

was Sie unter “natürlichen” Lebensmitteln verstehen, wäre schon einer Erläuterung wert. Es dürfte schwierig werden Lebensmittel zu benennen, die noch in ihrer ursprünglichen Naturform existieren. Erst der Eingriff des Menschen hat uns doch die unermeßliche Vielfalt und Qualität unserer Lebensmittel ermöglicht.
Was Greenpeace betrifft, stellt sich mir immer wieder die Frage, was hat dieser Verein, außer stetiger Verunsicherung der Bevölkerung, denn real schon bewirkt? Wo ist das sichtbare, greifbare Ergebnis durch den Einsatz der vielen Millionen? Oder, werden die gedrehten Action-Spots schon an diversen Kunstbörsen gehandelt? Ein Umwelt-Papier, ein Kühlschrank und ein Auto, das nie in Serie ging, sowie der Verkauf von grüngewaschenem Öko-Strom sind gemessen am Vermögen der Organisation einfach zu mager.

Bibliothekar
02.08.2009  16:39

Erfreulich ist, dass der weltfremden und herablassenden Haltung des Autors dieser Glosse meine praktische Erfahrung gegenüber steht: Auf Infoständen von Greenpeace danken viele Bürger den Aktivisten für ihr Engagement und den erreichten Fortschritt in 38 Jahren GP.

Ökoterrorist
06.08.2009  00:23

Hallo Herr Bibliothekar,
unter “natürlichen” Lebensmitteln verstehe ich ganz einfach Lebensmittel, so wie sie die Natur erzeugt und nicht vom Menschen chemisch oder gentechnisch behandelt, so einfach ist das, ausgenommen vom Menschen durchgeführte Züchtungen, denn hier stößt der Mensch nur eine neue Art an, durchführen tut es die Natur.
Vielleicht brauchen wir auch garkeine unermessliche Vielfalt von Lebensmitteln sondern weniger, dafür bessere? Eine in Hinblick auf die falschen Versprechen, wenn auch juristisch wasserdicht, auf unseren Lebensmitteln eine durchaub berechtigte Forderung. Und bezüglich der Qualität gibt es sicherlich Verbesserungen aber auch Verschlechterungen; so war Obst und Gemüse in den Jahren ohne chemische Behandlung sicherlich hochwertiger als heute.
Was Greenpeace bewirkt hat? Einiges, wie z.B. die Einstellung der Dünnsäureverklappung in den 80er Jahren, Einstellung der oberirdischen Atomtests, Verbot des kommerziellen Walfanges in den 80er Jahren, Atommüllverklappungsstop, Stop der deutschen Giftmüllverbrennung auf hoher See, erster FCKW-freier Kühlschrank, 3,2 Liter Auto vor 13 Jahren; wie Sie sehen, Einiges. Dass das Auto nicht in Serie ging, ist soweit ich weis, nicht Aufgabe von Greenpeace, sondern der deutschen Autoindustrie, die solche Vorhaben aber absichtlich flach hält.
Was verstehen Sie unter grüngewaschenem Öko-Strom? Sie verwechseln hier z.B. Vattenfall mit den Ökostromanbietern wie Greenpeace Energy.

Thomas Benker
06.08.2009  01:21

Vielleicht sollte der Herr Deichmann seine eigenen Prinzipien lesen:

Aus “über novo”:
“Alle Mitarbeiter eint der Wunsch, mit NOVO ein einzigartiges Forum für sachliche, zukunftsoffene und pointierte Debatten zu gestalten.”

Polemik (s.o.: Quacksalberei, religiöse Sektenvertreter oder Drückerkolonnen, Misanthropie-Skeptikern) und Sachlichkeit prallen hier heftigst aufeinander.

In der Form ist novo keiner weiteren kritischen Betrachtung wert.

Gabi Möller
06.08.2009  15:45

Hallo Thomas Deichmann,
dass die Gentechnik gefährlich ist kann man leugnen wenn man will. Eindeutig bewiesen ist jedoch dass für Gen-Soja, das hauptsächlich aus Brasilien, kommt große Flächen tropischer Regenwald gerodet wird.
Die einzige Errungenschaft die die Gentechnik bis jetzt erreicht hat ist Pflanzen gegen Spritzmittel resistent zu machen, bzw. die Pflanzen das Spritzmittel gleich selbst produzieren zu lassen - mehr Gift auf dem Acker also: Wo bleibt hier bitte der Fortschritt?
Klar ist auch warum sie ihre Kritik in einer Glosse verpacken, denn mit rationalen Argumenten haben sie keine Chance für Gentechnik zu argumentieren!

JojoS7
06.08.2009  17:01

Lieber JojoS7,

nicht die grüne Gentechnik ist verantwortlich für das Roden der Regenwälder, sondern der Hunger nach ökologisch korrektem Bio-Sprit. Wer diesen Hunger ideologisch vorbereitet und geschürt hat ist bekannt. Erst als die Auswirkungen deutlich wurden kam die Kritik auf und man wandte sich verschämt anderen Themen zu.
Die grüne Gentechnik sorgt keineswegs für mehr Gift auf dem Acker sondern bewirkt durch die optimierten Eigenschaften einen zum Teil erheblich geringeren Einsatz von Pestiziden.
Würden Sie sich die Mühe machen, die oben genannten Artikel zu lesen, hätten Sie schon eine gute Kenntnis davon.

Bibliothekar
07.08.2009  22:18

Lieber Thomas Benker,

es wird für mich immer ein großer Widerspruch bleiben, wieso der Einsatz der Gentechnik im medizinischen Bereich (rote Gentechnik) gefeiert wird aber bei der grünen Gentechnik verteufelt wird.
Für mich ist die grüne Gentechnik die optimalste Form der Züchtung. Gezielte punktgenaue Änderung von Eigenschaften, deren Erfolg sofort genutzt werden kann.
Was passiert denn bei der herkömmlichen Züchtung?
Auch hier werden genetische Defekte gezielt genutzt und bei der Methode der radioaktiven Bestrahlung absichtlich hervorgerufen. Diese Methode ist aber mehr auf Zufälle angewiesen und braucht bis zur Wirtschaftlichkeit einen enorm langen Zeitraum.
Beiden Methoden ist aber gemeinsam, daß das genetische Material verändert wird. Genau genommen ist Beides somit ein Eingriff in die Schöpfung, falls Sie sich daran stoßen sollten.
Der Anspruch an die Vielfalt und hohe Qualität der Lebensmittel ist in den entwickelten Industrienationen nun einmal vorhanden und wird auch mit den größten und aufwendigsten Kampagnen nicht von Welt zu schaffen sein. Die Erzeuger sind dafür meist sehr dankbar.
Auch die sogenannten Produkte aus ökologischem Anbau kommen ohne den Einsatz von Chemikalien nicht aus. Heute nicht, Gestern nicht und auch nicht Morgen. Der Planze selbst ist es völlig egal, ob ein Düngemittel natürlichen oder synthetischen Ursprung hat. Hauptsache, sie bekommt was sie braucht. Schädlingsbekämpfung gab es schon immer und Pilze waren auch schon im 15. Jahrhundert ein Feind der Bauern.
Beim Öko-Strom gebe ich mich im Falle Greenpeace allerdings geschlagen, da diese Organisation tatsächlich nicht am Zertifizierungs-Zirkus teilnimmt.

Bibliothekar
07.08.2009  22:45

Es ist tatsächlich bekannt dass die Bundesregierung den Anbau von “Bio-Sprit” im Ausland gefördert hat - viele Humanitäre- und Umweltorganisationen warnten schon damals vor steigenden Lebensmittelpreisen in diesem Zusammenhang.
Mit High-Tech und großem finanziellem Aufwand entwickelt z.B. Monsanto Spritzmittel-resistente Pflanzen, um dann weniger Pestizide einzusetzen als bei konventionellen Pflanzen - jedes Kind erkennt sofort dass ihre Argumentation hinkt!
Mit ihnen zu diskutieren hat offensichtlich keinen Sinn, weil sie sogar offensichtliche Wahrheiten verleugnen. Vom Gen-Soja Anbau in Brasilien leiten sie ohne Zusammenhang auf Palmölplantagen in Indonesien über, mit fundamentalistischer Akribik drehen sie jeden Vorwurf um.
Die grüne Gentechnik ist eine Risikotechnologie, wenn sie diese Expertenmeinung nicht akzeptieren können, dann sollten sie sich schon einmal eine Rechtfertigung einfallen lassen, die sie ihren Kindern oder Enkeln erzählen können.

JojoS7
12.08.2009  15:58

JojoS7

Statt sich hier in Rabulistik zu üben ohne Sachargumente zu bringen, hätten Sie lieber die empfohlenen Artikel lesen sollen.
Jede Technologie birgt Risiken. Jedoch ist die grüne Gentechnik eine der am besten erforschten und somit sicherer als viele Andere. Dies belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien, die Sie nicht mehr einfach so vom Tisch wischen können. Der Beleg der übergroßen Gefahr, die von dieser Technik ausgehen soll, konnte allerdings bisher noch nicht glaubwürdig erbracht werden. Da ändert auch das Greenpeace-Märchen von der “Gen-Milch” nichts.
Woher wollen Sie wissen, ob nicht vielleicht gerade meine oder auch Ihre Enkel gentechnisch optimierte Nahrungsmittel bevorzugen werden?

Bibliothekar
13.08.2009  06:11

Wir haben schon vor 30 Jahren gelernt, dass es dem Getreide oder der Möhre egal ist, woher der Stickstoff und die Mineralstoffe kommen: ob aus dem Kuhmist oder dem Mineraldünger - letztere gestattet nur eine präzisere Dosierung. Also, was ist “natürlich”?
Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie auf Gentechnik und damit auch Chemie eingedroschen wird, bei Epedemien und vielen Krankheiten schnell nach Gegenmitteln aus den Labors gerufen wird!

Werner Dücker
13.08.2009  09:38

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