. . Das Debattenmagazin  |  RSS  |  Newsletter

Warum Angst vor Grüner Gentechnik?

Von Thomas Deichmann

Letzte Woche gab Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) die Entscheidung bekannt, dass die gentechnisch veränderte Maissorte MON810 des US-Agrarkonzerns Monsanto in Deutschland nicht mehr angebaut werden darf. Für all jene, die die Politisierung der Biowissenschaften in den letzten Jahren mit verfolgt haben, war dies keine Überraschung, sondern lediglich ein neuer Höhepunkt eines vollends entarteten Politikstils. Mangels glaubhafter Visionen setzen Politiker auf populistische Stimmungsmache, um die Wählergunst zu halten. Nicht der mündige Bürger, sondern der schutzbedürftige Verbraucher steht im Mittelpunkt ihrer Angstkampagnen. Die Marschrichtung geben grüne NGOs vor, deren misanthropischen Weltuntergangsfantasien von offizieller Seite zum gesellschaftlichen Leitbild aufgewertet wurden. Eine zukunftsfähige und fortschrittsfreundliche Führung ist von dieser politischen „Elite“ wohl kaum mehr zu erwarten.

In seinem soeben erschienenen Buch “Warum Angst vor Grüner Gentechnik? Wie Fortschritt in den Biowissenschaften verhindert wird” zeichnet Novo-Chefredakteur Thomas Deichmann die Chronik des Boykotts dieser Zukunftstechnologie nach. Deichmann schildert in seiner faktenreichen Sammlung von mehr als 90 (im Zeitraum 2001 bis 2008 in Novo, Welt, Focus, FAZ, FTD u.a. Zeitungen erschienenen) Artikeln, wie die Grüne Gentechnik in den Mühlen der deutschen Angstindustrie zerrieben wird. Im Vorwort von Prof. Ingo Potrykus, dem Erfinder des „Goldenen Reises“, würdigt dieser die journalistischen Arbeiten Deichmanns als „entschiedenes Plädoyer für weiteren wissens- und vernunftbasierten Fortschritt“. Im Anhang des Buches gibt es eine umfangreiche „Zeittafel der Grünen Gentechnik“ sowie eine Chronik der „Aktionen der Grünen Gentechnik“ einschließlich aller dokumentierten Feldzerstörungen von 2004 bis 2008. Zuletzt zitierte Winand von Petersdorff in seinem Artikel “Im Maisfeld ist der Teufel los” in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 19.4.09 den Novo-Chefredakteur: “Das Gabriel-Trittin-Aigner-Modell hat der Publizist Thomas Deichmann auf den Punkt gebracht: ‘Erst die Leute kirre machen und dann als Warner punkten.’“
(http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E83F8BFB2B2FD427E82586469087BABDF~ATpl~Ecommon~Scontent.html)

Thomas Deichmann: “Warum Angst vor Grüner Gentechnik? Wie Fortschritt in den Biowissenschaften verhindert wird”
ISBN: 978-3-86634-693-2, Umfang: 257 Seiten, Verarbeitung: Hardcover, Format: 25,5 cm x 20,5 cm, Preis: 28,50 Euro

Weitere Informationen zum Buch und Bestellmöglichkeiten finden Sie auf der Website des Projekte-Verlags: http://www.projekte-verlag.de/.

 

 

21.04.2009 | Permanenter Link | http://bit.ly/cOfeQp

Kategorie(n): Wissenschaft und Technik

Artikel empfehlen: Artikel twittern Artikel auf Facebook posten

Das Versagen der Politik bezüglich einer sachbezogenen Handhabung von Zukunftstechnologien ist ganz Sicher der Hauptfaktor für das außerordentliche Dilemma in die Forschung und Forscher gestürzt werden. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist jedoch auch das eklatante Versagen des Journalismus vor allem in den Fernsehsendern. Eine der Grundpflichten des Journalismus umfassend zu informieren, d.h. Pro und Kontra unbeeinflußt von der eigenen Meinung zu präsentieren, wird Tag für Tag oder wenn Sie wollen Abend für Abend mit Füßen getreten.
Gerade wenn es um die Berichterstattung in Sachen Zukunftstechnologien geht, kommen regelmäßig und ausschließlich nur die Gegner ins Bild bzw. zu Wort. Hinzu kommt ein weiteres grabvierendes Problem vieler Journalisten, nämlich ihre eklatanten Unkenntnisse in naturwissenschaflichen Grundlagen. Erich Grantzau

Erich Grantzau
21.04.2009  15:32

Herr Deichmann,

vielen Dank für ihr, nicht nur äußerlich, sehr attraktives Buch. Möge diese ausgezeichnete Sammlung bestechender Argumente für die Vernunft dazu dienen, bestimmte Leitbilder der Politik auf ihre Richtigkeit und Wichtigkeit zu hinterfragen.
Vieleicht kann dieses Buch dazu dienen, die von Herrn Grantzau angemahnte ausgewogene Berichterstattung über Zukunftstechnologien zu beflügeln. Ich werde dieses Buch jedenfalls intensiv dazu nutzen, Diejenigen, die meinen es ist ausreichend ein Problem aus dem Bauchgefühl heraus zu beurteilen zu einer differenzierteren Sichtweise auf diese Problematik zu bewegen.
Aus meiner Erfahrung sind sich die Meisten über die Konsequenzen, die sich aus der Ablehnung einiger Zukunftstechnologien ergeben, nicht so recht im Klaren. Deren Ablehnung ist jedenfalls nicht dazu angetan, einige der dringendsten Probleme der Weltbevölkerung zu lösen.
Wer die Forschung zu solch einem wichtigen Thema komplett privatwirtschaftlichen Einrichtungen überläßt, sollte sich dann auch nicht wundern, wenn diese dann auch die Erträge einfahren wollen.

Bibliothekar
25.04.2009  21:44

Nach der nun getroffenen politischen Entscheidung, den daraus teilweise nur vage abzusehenden oder abzuleitenden Konsequenzen einer zum großen Teil in einer Art „esoterischen Glauben“ zu ertrinken drohenden Gesellschaft, die sich dem Wissen scheinbar inflationär gegenüber stellt, begrüße ich ihr soeben erschienendes Buch umso mehr. Doch mit Blick auf diesen momentanen um sich werfenden Zeitgeist – und ich hoffe sehr, mich zu irren – sehe ich, metaphorisch gesprochen, das Buch in diesem Treibsand vorerst noch versinken; zu einem späteren Zeitpunkt wieder herausgeholt werden und als kritische Anmerkung genutzt werden usw., ähnlich wie bei Hunter Thompson’s Buch “Angst und Schrecken im Wahlkampf” – ein Werk, wenn nicht sogar das Werk, welches dieser nicht immer verständlichen und messiasartigen Stimmung während der Wahlzeit schon von Beginn an hätte etwas Bodenhaftung verleihen können. Mit Goethes Worten werde ich mich ihrem Buch in jedem Fall erst einmal mit Freude widmen: An Zerstreuung lässt es die Welt nicht fehlen. Wenn ich lese, will ich mich sammeln.

Roman
28.04.2009  17:57

Ein durch und durch von katholischer Machtideologie geprägtes und durchzogenes Machwerk mit dem Ziel: Das menschl. Bewusstsein mehr und mehr zu vernebeln, wie es schon lange in den USA und Canada erfolgt ist. Nur ein Genfood-Fraß-Volk, wie das in den USA, konnte einen Bush jr wählen. Der Hinweis im Vorspann auf die vielen CDU/CSU nahen katholischen Zeitungen bestätigt die Vermutung. Novo gehört offensichtlich dazu. Es hat sich noch kein Mensch in den “Himmel geschrieben”. Es gibt aber viele Menschen, die aus Angst vor den “Mächtigen” mehr Mist produzieren als vielen Menschen lieb ist.

Ich
26.05.2009  02:04

Persönliche Daten speichern?

Über neue Kommentare per E-Mail informieren?