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Kinderteller für alle: Aigner erteilt Ratschläge „für die Tonne“

Von Christoph Lövenich

Als das Bundesernährungsministerium 1949 aus der Taufe gehoben wurde, hatten sich die vorangegangenen Hungerjahre tief bei den Deutschen eingeprägt und die Phase des Wirtschaftswunders begann nicht zufällig mit der „Fresswelle“, mit der Befriedigung der Grundbedürfnisse, mit reichlich Speis und Trank, mit üppigen Mahlzeiten, die für die erlittenen Entbehrungen entschädigten. Heute hingegen backt man im Ministerium ganz kleine Brötchen. Ministerin Ilse Aigner (CSU)  verkündete letzte Woche im Rahmen einer gemeinsamen Kampagne mit dem Hotel- und Gaststättenverband: „Dass zu viele wertvolle Lebensmittel auf dem Müll landen,  liegt oft auch an den Portionsgrößen. […] Leider müssen Erwachsene oft den Kinder- oder Seniorenteller bestellen, wenn sie eine kleinere Portion wünschen.“ Offenbar haben wir alle seit Generationen fehl daran getan, die Essenmenge nach unserem Appetit, unserem Sättigungsgefühl und unseren Essgewohnheiten zu bemessen, statt uns vom zuständigen Ministerium dabei leiten zu lassen. In der ZDF-Satiresendung „Heute Show“ fragte Titanic-Mann Martin Sonneborn die Beteiligten beim Presseevent hierzu folgerichtig, ob nach dieser „Tellerkontrolle“ demnächst auch eine Regulierung des Stuhlganges durch die Bundesregierung angedacht sei und ob die Gastronomen den Speisegästen lieber zwei kleinere Portionen für einen insgesamt höheren Preis andrehen möchten.

Der neuerliche Vorstoß aus dem Hause Aigner gehört zur Kampagne „Zu gut für die Tonne!“,  die sich der angeblich maßlosen Verschwendung durch weggeworfene Lebensmittel annimmt. 82 Kilogramm davon entsorge jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr im Müll, heißt es in empörtem Ton, und deshalb sollen die Bundesbürger den richtigen Umgang mit ihrer Ernährung „vom Einkauf über die richtige Lagerung bis hin zur Verarbeitung in der Küche“ erst einmal auf einer Website des Bundesministeriums erlernen. Ganz davon abgesehen,  dass die Deutschen offenbar Müll relativ effizient vermeiden (das Europaparlament geht nämlich von 179 Kilo Nahrungsmüll pro EU-Bürger aus,  also mehr als dem Doppelten), führt eine solche Darstellung der zugrundeliegenden Regierungsstudie in die Irre. 35 Prozent der Abfälle entstehen bei der Zubereitung, so z.B.  Knochen, Bananen- und Kartoffelschalen (die übrigens ausdrücklich als essbar angepriesen werden). Apfelschalen wiederum fallen wie Brotrinden in die Kategorie der „teilweise vermeidbaren“ 18 Prozent an Abfällen, so dass auch nach den Schätzungen dieser Untersuchung nur rund 38 Kilogramm als uneingeschränkt vermeidbar eingestuft werden können, einschließlich übrigens der gar nicht weggeworfenen, sondern an Haustiere verfütterten Reste (s. dazu auch hier). Außerdem geht es ja um vielseitig verwertbare Bioabfälle. Man jongliert also bewusst mit Zahlen, um ein vermeintliches Problem hochzustilisieren.

Das alles hindert freilich die ‚große‘ – in Wahrheit kleinkarierte – Politik nicht daran, dies zum Gegenstand einer Kampagne mit allem Drum und Dran zu machen, bei der viel Geld zum Fenster hinausgeworfen wird. Der frühere Parteivorsitzende von Ernährungsministerin Aigner, Franz Josef Strauß, hatte einst im Bundestag den staatlichen Schuldenberg auf legendäre Weise in Maßen und Gewichten erfasst und die Anzahl der zur Beförderung der Geldscheine erforderlichen Güterzüge errechnet. Dass die CSU-Kabinettsfrau jüngst als schlechte Kopie die Schlange von LKWs beziffert hat, die die Lebensmittelabfälle transportieren könnten, zeigt ein generelles Problem der Politik auf: Man ist von kantigem Format zur kleinlichen, und auch noch irreführenden, Erbsenzählerei degeneriert.

  Das Europaparlament,  schon seit langem Hort der absurden Überregulierer, möchte am liebsten 2014 zum „Europäischen Jahr der Lebensmittelverschwendung“ ernennen – und erkennt in seiner Verkrampfung wohl nicht einmal das Missverständliche dieser Bezeichnung.  Den Verbrauchern wird dabei z.B. unterstellt, nicht kompetent mit Mindesthaltbarkeitsdaten umgehen zu können.

Aber zurück zur aktuellen Forderung nach kleineren Portionen. Ein staatlich finanziertes „Ernährungszentrum“ in den Niederlanden verlangte zeitgleichdas Verbot von großen Verpackungen in Supermärkten und XXL-Portionen in Schnellimbissen. Zur Begründung wurde allerdings nicht das vermeintliche Abfallproblem angeführt, sondern das Körpergewicht der Essenden. Der sich gegen den Wohlstandsbauch richtende Sanitarismus könnte auch bei Bundesministerin Aigner und ihrer Behörde – in Tradition der Antidickenkampagnen von Vorvorgängerin Renate Künast – den Ausschlag gegeben haben, sich nun dieses Teilbereichs  zuzuwenden.

Entsprechend hat sich dieser Tage wiederholt auch der als aggressiver Verbotspolitiker bekannte New Yorker Bürgermeister Bloomberg (s. z.B. hier)  positioniert, nämlich durch seine Ankündigungeines Ausschankverbots für große Flaschen und Becher mit Softdrinks.  Konsumenten im Big Apple wären dann also genötigt, mehrere kleine Behälter zu erwerben statt eines großen. Ebenfalls zur Konsumdrosselung beitragen soll bei Zigaretten ausgerechnet die genau gegenteilige Maßnahme, nämlich die seit Jahren geltende Mindestpackungsgröße von 19 in Deutschland. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu prognostizieren, dass weder der eine noch der andere Plan aufgehen wird.

Alle diese Verbote entmündigen Menschen, stempeln sie einseitig als Sündenböcke für tatsächliche oder – meist – vermeintliche Probleme ab und leisten keinen konstruktiven, nach vorne gerichteten Beitrag zur Bewältigung irgendwelcher relevanten Herausforderungen. So mancher ungenießbare Regulierungsmüll gehört schlicht und einfach in die Tonne gekloppt.

Christoph Lövenich ist Politologe, freiberuflicher Sozialwissenschaftler und Doktorand in Bonn. Er wirkt ehrenamtlich in der Antiprohibitions-Bewegung.

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06.06.2012 | Permanenter Link |

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Kommentare

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Frau Eigner ist eine Fehlbesetzung, bzw. sie schützt nicht die Verbraucher, wie ihr Ministerium irrtümlich vorzugeben versucht, sondern sie wurstelt mit medialem Schnickschnack, um sich im Gespräch zu halten.
Frau Eigner hat im EHEC-Skandal nicht für Produkthaftung gesorgt, die Kosten für 4321 infizierte Kranke, 53 Tote und 900 schwergeschädigte, die auf neue Nieren warten, tragen die Krankenversicherungen also wir - aber die „armen Biobauern“ haben 227 Millionen €  „Hilfe“!  eingesackt, weil die Verbraucher vorsichtiger vor lebensgefährlichen Bio-Produkten wurden.
Bei solchen Ministerfiguren, entsteht nicht nur akute Übelkeit, sondern ein ganz übler Geruch von …....!
Über 600.000 Stromkunden mit geringem Einkommen wurden die Zähler abgeklemmt, weil sie die steigenden Strompreise infolge der „Gaga-Energie-Politik“ nicht mehr aufbringen können.
„Wo ist Ilse, was will`se an eigener“ ministeriellen Tätigkeit dagegen tun?
Schon ihre Vorgängerin Kühnast ist ja eine hirnfreie „Granate“ gewesen, die völlig verzichtbar war, wie eben diese Ministerium, was sich weder um längere Garantiezeiten, um mehr Wettbewerb zugunsten der Verbraucher verdient macht, sondern völligen Blödsinn verzapft.

Hans Meier
06.06.2012  12:22

“Leider müssen Erwachsene oft den Kinder- oder Seniorenteller bestellen, wenn sie eine kleinere Portion wünschen”.
Erwachsene haben sehr oft Sonderwünsche, die in der Regel gerne erfüllt werden: Salat ohne Knoblauch oder Zwiebeln, Bratwurst nur leicht angebraten, usw.
Nun hat die Spezies Mensch seit Menschengedenken ein Instrument, um solche besonderen Anliegen im zwischenmenschlichen Bereich ohne Probleme zu lösen. Man nennt es Kommunikation. Ob man einen Kinderteller bestellt oder einen Teller mit weniger Nudeln kostet, der Aufwand an Energie, Anstrengung und Zeit bleibt sich gleich. Gleichzeitig bietet sich dabei die Gelegenheit, dieses zu pflegen, in dem man es benutzt. Statt den Auftrag “Kinderteller” zu erteilen, könnte man auch die Bitte aussprechen, eine kleinere Portion bereitzustellen.
Es ist allerdings richtig, dass man durch einen gesetzlichen Erlass die Konsumenten von solch unnützem Austausch von Worten befreien kann. Das macht uns allen das Leben leichter, nicht wahr.

Wie der Name klar sagt, ist ein Kinderteller für Kinder gedacht. Wer mit Blick auf den niedrigeren Preis einen Kinderteller verlangt, isst auf Kosten seiner Tischnachbarn. Denn Kinderteller sind ein freiwilliges Entgegenkommen des Gastwirts und Teil seines Marketingkonzepts. Er will damit Eltern anlocken. Der niedrigere Erlös für Kinderteller wird natürlich in die Preisgestaltung der Speisen und Getränke eingerechnet.

Wenn also Gastwirte aufgefordert werden, grundsätzlich kleinere Portionen anzubieten, stellt sich die Frage, wie klein die Portionen sein dürfen, bevor Konsumenten- und Wettbewerbsschützer sich beim Gastwirt beschweren. Ganz zu schweigen von den Gästen, die nicht auf ihre Rechnung kommen und eine andere Wirtschaft bevorzugen.

Solche Kampagnen oder gar gesetzliche Regelungen (die mit Sicherheit kommen werden) sind Wasser auf die Mühlen von Systemgaststätten, die neben normalen Portionen Big, Double und Giant Portionen anbieten können. Das hat auf ihre fixen und variablen Betriebskosten keinen wesentlichen Einfluss. Wenn ein Run auf kleinere Portionen zu Mangel an Sitzplätzen führen sollte, können die Gäste ja auch kurz vor die Tür gehen.

Ben Palmer
06.06.2012  17:09

Korrektur zu meinem Kommentar. Zwei Sàtze sind eher unverständlich:

“Ob man einen Kinderteller oder einen Teller mit weniger Nudeln bestellt, der Kommunikationsaufwand bleibt sich gleich. Gleichzeitig bietet sich dabei die Gelegenheit, die zwischenmenschliche Kommunikation zu pflegen, in dem man sie benutzt.”

Ben Palmer
10.06.2012  06:50

Nich alles, was verdorben ist, muss gleich in die Tonne wandern. Für Lebensmittel, die für den Verzehr nicht mehr geeignet sind, wie zum Beispiel faule Eier und verfaulte Tomaten, gibt es durchaus noch andere sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten. Sie eignen sich zum Beispiel hervorragend für die symbolische Meinungsbekundung des Publikums bei Live-Auftritten von Politikern.

gundbert schulze
12.06.2012  11:11

Mit dem Einzug der Frauen in die Politik kam eine Wellle der Infantilisierung der Massen durch Regierungen und sogenannten Expertenkommissionen, die immer größere Ausmaße annimmt. Wer nur einen Hammer hat, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus. Und wer eine Frau in einem politischen Amt ist, für den sieht offenbar jedes politische Problem wie ein Problem der Kindererziehung aus. Verfügt man also lediglich über weibliche Problemlösungkompetenzen,  dann müssen die problemverursachenden Erwachsenen notgedrungen zu Kindern gemacht werden, damit es wieder passt.

gundbert schulze
12.06.2012  11:28

Kartoffelschalen sind übrigens ungesund, sie enthalten das Pflanzengift Solanin. Das sagt der rennomierte Lebensmittelchemiker Udo Pollmer. Früher war die Giftkonzentration in den Kartoffeln so hoch, dass die Knollen vollkommen ungenießbar waren, weil sie starke Vergiftungserscheinungen auslösten. Durch Züchtung konnte der Solanin-Gehalt so weit reduziert werden, dass bei normalem Konsum keine gesundheitlichen Probleme mehr zu erwarten sind. Zur Sicherheit empfiehlt es sich aber trotzdem, die Kartoffelschalen nicht mitzuessen. Die Kartoffelschale ist übrigens nichts anderes als eine dünne Korkschicht, die die Kartoffel umhüllt, sie hat keinerlei Nährwert.

gundbert schulze
12.06.2012  11:46

@Hans Meier:
Genau, ein übler Geruch, wie man ihn aus der Landwirtschaft kennt. EEG (siehe Solar, Biogas) u.a. Öko-Bio-Ungemach sind nichts anderes, als die (ur)alten Agrar-Subventionen der EU-Planwirtschaftler und ihres Landadels in einem neuen Gewand. Sie machen das, um ihre (letztenendes unstillbare) Gier nach Geld für schlechte Geschäftsideen gesellschaftlich akzeptabel zu halten. In einem freien und fairen Wettbewerb würde diese Gruppe sang- und klanglos untergehen und dort landen, womit sie Dank Subventionen noch Geld machen können. Schon die Römer wußten “Geld stinkt nicht” als sie eine Toilettensteuer einführten.

Harry Hain
12.06.2012  12:44

Frau Aigner ist eine typische Verbraucherschützerin. Wir die unmündigen kleinen VerbraucherKinder müssen von guten alles wissenden VerbraucherschützerEltern an der Hand genommen , durchs Leben geführt und vor Gefahren beschützt werden.
Denken brauchen wir dann nicht mehr, nur noch den Beamten folgen und ab und zu zustimmend blöken.

Richard Theurer
12.06.2012  13:14

@grundbert schulze:

Sie wissen schon, dass Ihr erster Kommentar frauenfeindlich ist? Um ihn genderkorrekt einzuebnen, würde ich vorschlagen, dass seit der Einführung von bezahlten Väterzeiten die pimmeltragenden Politiker sich ebenso aufführen wie ihre weiblichen KollegINNen: Der Untertan (äh.. natürlich… der zu Regierende, formally known as Wähler) ist unmündig, ergo zu erziehen. (Nur mal diesen Schulz in Brüssel ankucken!)

Das alles wäre grundsätzlich nicht weiter tragisch, wenn eben dieser Kindskopf, formally known as Mündiger Bürger, seinen Möchtegernerziehern die Quittung an der Wahlurne erteilte. Aber er tut das nicht. Die Freiheit des Individuums, einhergehend mit seiner Eigenverantwortung, ist nämlich des Teufels, so tönt das Mantra, so ist der Common Sense. Und deshalb hat die Schafsherde es verdient, dass sie glubschäugig ihren eigenen Schlachthof wählt. Schließlich gibt der auch zunächstmal datt lecker Essen raus, und wenn auch die Portionen kleiner werden.

Ein paar, Ironie-Modus off, wirklich Schlaue kucken sich diesen Irrsinn aus dem Ausland resp. außerhalb der EU an, sind abgehauen, leben frei, und lachen sich nen Ast. Da scheinen wir beide nicht zuzuzählen!

P.S.: ungeschälte Kartoffeln finde ICH lecker. Gebraten in Olivenöl…. mmmhhh… knusperknusper…. findet (meine) Madame natürlich ganz doof, hat sie weniger für den Kompost.  Aber der brummkreiselnden Ministerin könnte man ja DIE Problemlösung vorschlagen: die armen Säcke, die sich max. eine Wohnungsmiete leisten können, sollen ihren Lebensmittelabfall uns Besserverdienenden abgeben, für unsere schönen und komposthungrigen Gärten.

Genau dieses Prinzip wird ja bereits überaus erfolgreich von rot-grünen Politikern aller Parteibücher umgesetzt. Mit der “Solarförderung”.

Danny Wilde
12.06.2012  13:52

Eben Kartoffelschalen sind GIFTIG!

Das ist fahrlässige Körperverletzung diese als Essbar zu bezeichnen.

Aber sie werdens nicht glauben das wissen heutzutage nicht mal Menschen die Lebensmittelchemiker werden wollen!!!

Deutschland schafft sich ab!

Karl Gustav
12.06.2012  17:37

Frauen in der Politik

Als Frau muß ich leider Gundbert Schulze zustimmen. Es gibt aber eine Differenzierung, und die bezieht sich auf beide Geschlechter.

Die zunehmende Infantilisierung geht einher mit dem Verschwinden von Politikern und Politkerinnen, die noch den 2. Weltkrieg selbst miterlebt haben.

Außerdem haben wir es bundesweit mit einer ungeheuren Anzahl von Dres. oder diplomierten Soziologinnen zu tun, die nur davon leben, daß sie in irgendeiner NGO, Pressure-Group oder Aktivistenvereinigung tätig sind.

Direkt vom Studium in die Politik oder in der Betroffenheits/Fürsorge/Gerechtigkeitsindustrie tätig, und ohne jegliche reale Erfahrung, wie Leben denn so im täglichen (Arbeits)Konkurrenzkampf aussieht.

Ich bin auch eine Frau, aber was manche Frauen in der Politik so treiben und veranstalten treibt mir oft genug die Zornesröte ins Gesicht oder treibt mich an den Rande des Verzweifelns, ob der realitsferne die sich da abspielt.

Kleiner Trost, auch bei manchen Männern in der Politik geht es mir so.

KClemens
12.06.2012  22:58

Gehe ich recht in der Annahme, dass Frau Aigner auch diejenige ist, die dafür plädiert Honig oder sonstige Lebensmittel tonnenweise in die Tonne zu kloppen, wenn mehr oder weniger zufällig ein paar Körnchen Gentechnik drin sind? Oder anders ausgedrückt, wo also ein winziges bisschen von dem drinn ist, was in USA und einer ganzen Reihe anderer Länder als durchaus hochqualitativ angesehen wird und natürlich auch unbedenklich essbar ist.

prgntc
12.06.2012  23:30

Frau Aigner bereitet uns auf karge Zeiten vor.
Wenn man die Themen Energiewende, Schulden-Fiskalkrise, Euro-Debakel u.v.m. zu Ende denkt, dann machen die Erziehungsmaßnahmen von Aigner Sinn. Nur wenige erinnern sich noch an die Hungerjahre nach 1945 und keiner lebt mehr, der die Hungerwinter/-jahre im und nach dem 1. WW erleben mußte. Auch dürfte kaum einer z. B. die Hungerszeiten in der Eifel in den 1930ern kennen. Weil dem so ist und die Politkasperl alles nur möglich getan haben, dass uns ähnliches droht, sehen sie keine andere Lösung als wenigstens das Volk mit diesen Aigner-Ernährungstipps auf karge Zeiten vorzubereiten. Nach üblicher politjournalistischem Prophezeiungsdenkweise könnte das Frau Aigner dann zur ersten Hungerkanzlerin machen. Ist böse, gell? ;-)

Harry Hain
13.06.2012  14:59

Aber aber ! Was soll denn die gute Frau Aigner den ganzen Tag tun? an hat ihr doch den Auftrag erteilt, sich um die Gesundheit ihrer Mitmenschen zu kümmern. Da kann sie doch nicht nur den ganzen Tag herumsitzen, also muss sie etwas produzieren, das sie vorweisen kann. Sonst könnte man ja ihr Amt abschaffen und sie hätte würde ihr Einkommen verlieren.

Das ist das eigentliche Problem in der Politik: Man hat ein Mandat, das es zu erfüllen gibt. Also schafft man Probleme, wo es keine gibt und bietet Lösungen an, die niemand braucht. Man produziert ganze Stapel von Papieren, beschäftigt eine Menge Experten, Advokaten, Schreibkräfte.

Die Eigendynamik von Politik und Bürokratie.

Ben Palmer
13.06.2012  15:18

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