. . Klare Sicht nach vorn  |  RSS  |  Newsletter

Antibiotikapanik: Volkskammerergebnisse im Hühnerstall

Von Walter Krämer

Was ist das Gegenteil von “grundsätzlich nie”? NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Die Grünen) meint: “grundsätzlich immer”. Denn nur so ist die Zahl 96,4 % zu erklären, die im Februar zur „Unstatistik des Monats” gekürt worden ist. Sage und schreibe 96,4% aller Masthühner in Deutschland werden mit Antibiotika behandelt, und diese Statistik, zuletzt veröffentlicht in einer Pressemitteilung des NRW-Umweltministeriums vom 20. Januar , hat wochenlang in der grünenhörigen deutschen Mehrheitspresse zu den vorhersagbaren Attacken auf Massentierhaltung und moderne Agrarwirtschaft geführt.

Wahr ist: Nur 3,6 % der in der von Remmel in Auftrag gegebenen Untersuchung des zuständigen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) erfaßten Hühner stammen aus Betrieben, die grundsätzlich keine Antibiotika verwenden. Und 100 minus 3,6 ergibt 96,4. Die übrigen stammen aus Betrieben, die ab und zu Antibiotika verwenden, ab und zu aber auch nicht.

Moderne Hühnermastbetriebe haben in der Regel mehrere, oft unterschiedlich große Ställe. Manche davon fassen über 50.000 Hühner. Diese Ställe werden im sogenannten Rein-Raus-Verfahren betrieben, d.h. die Küken kommen alle zusammen zu einem Zeitpunkt rein, werden gemeinsam gemästet und dann gemeinsam geschlachtet. Und nach 40 bis 50 Tagen beginnt der Zyklus von vorne. Zusammen ergibt das mehrere Dutzend “Mastdurchgänge” pro Jahr. Nun wird aber selbst in der von Remmel zitierten Lanuv-Studie klar, dass auch Betriebe, die nicht grundsätzlich auf Antibiotika verzichten, nur bei rund 80% dieser Mastdurchgänge tatsächlich Antibiotika einsetzen. Aber auch diese Zahl liefert keinen Hinweis, wie viele Hähnchen tatsächlich mit Arzneimitteln behandelt worden sind, da sich die Anzahl der Hähnchen je Mastdurchgang stark unterscheidet.

Dann scheinen die Remmel-Beauftragten nicht zu wissen, dass auch dann, wenn in einem Mastdurchgang Antibiotika verwendet worden sind, nicht notwendig alle Hühner davon betroffen sind. Bei der sogenannten „gesplitteten Mast” etwa wird ein Teil der Tiere schon nach etwas über 30 Tagen geschlachtet, das sind die Grillhähnchen, die werden als ganzes verkauft. Die übrigen Tiere werden länger gemästet und damit schwerer, sie werden zerlegt und kommen in Teilen auf den Markt (Brust, Keule). Und oft wird eine Antibiotikabehandlung erst nach dem Schlachten der Grillhähnchen nötig, die armen Vorgänger sind also völlig unbelastet (sofern man hier überhaupt von einer Belastung reden soll, denn die armen Tiere wären ja sonst schon vor Erreichen ihrer endgültigen Bestimmung an Infektionen verendet).  Mehr Aufschluss über den wahren Anteil der mit Antibiotika vor Krankheiten geschützten Tiere liefert hier eine wesentlich gründlichere, auf mehr als zehnmal so viele Betriebe gestützte Untersuchung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, die die tatsächliche Anzahl der behandelten Masthühner ausweist. Nach dieser Studie wurden 76% der Masthühnchen in Niedersachsen mit Antibiotika behandelt.

Den meisten ist das immer noch zu viel. Darauf kommt es hier aber überhaupt nicht an. Denn diese Remmel-Statistik ist natürlich nur Mittel zu einem Zweck: die Grünen-Ideologie von artgerechter Tierhaltung in kleinen Gruppen möglichst publikumswirksam ins Rampenlicht zu rücken. Und deshalb trägt sie den Namen Unstatistik zu Recht. Denn Antibiotika werden ja nicht zum Zeitvertreib verabreicht, sie sollen Tiere vor Erkrankungen schützen. Und wenn die moderne Agrartechnik eines herausgefunden hat, dann dies: dass eine antibiotikafreie Nutztierhaltung am effizientesten in größeren Ställen zu erreichen ist. In allen einschlägigen Untersuchungen des Antibiotikaeinsatzes bei der Tierhaltung jedenfalls gibt es keine Indizien dafür, dass die Notwendigkeit eines Antibiotikaeinsatzes mit wachsender Größe der Ställe steigt. Eher ist das Gegenteil der Fall.

Die Aktion „Unstatistik des Monats“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Schreibers dieser Zeilen mit dem Berliner Psychologen Gerd Gigerenzer und dem Bochumer Wirtschaftsprofessor Thomas Bauer. Es geht uns dabei weniger darum, Kollegen bei Fehlern zu ertappen oder mit dem Finger auf andere zu zeigen, wichtig ist uns vor allem der Kampf gegen das vor allem in Deutschland grassierende Innumeratentum, eine vor allem im Land der Dichter und Denker weit verbreitete Unfähigkeit, mit Zahlen und Fakten vernünftig umzugehen. “Fuhr vor einigen Jahren noch jeder zehnte Autofahrer zu schnell, so ist es heute schon jeder fünfte. Doch auch 5 % sind zu viele, und so wird weiterhin kontrolliert, und Schnellfahrer haben zu zahlen.” So brachte die Norderneyer Zeitung vor einigen Jahren dieses Innumeratentum perfekt auf den Punkt. Und so ist auch das Gegenteil von “grundsätzlich nie” natürlich nicht “grundsätzlich immer”, sondern “ab und zu”. Aber wie schrieb schon Dostojewski in Schuld und Sühne: “Mit der Logik allein ist die menschliche Natur nicht zu besiegen.”

Prof. Dr. Walter Krämer ist Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Dortmund und Autor mehrerer Bestseller.

Verwandte Artikel

Walter Krämer: Ernährungspanik: Werden wir alle vergiftet?
Wider die Besorgnisgesellschaft: Günter Ropohl rezensiert “Die Angst der Woche” von Walter Krämer
Thilo Spahl: lebenmittelklarheit.de: Wutbürger beim Essenentlarven

Buchempfehlung

Walter Krämer: Die Angst der Woche: Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten, München: Piper Verlag 2011. 286 Seiten, 19,99 EUR


Cover Novo 118 Lesen und diskutieren Sie alle Artikel der neuen Ausgabe. Die komplette Inhaltsangabe finden Sie hier: Inhalt. Ein Jahresabonnement (auch Digital erhältlich: PDF, E-Pub oder Mobi) kostet nur 37,80 Euro (Studenten 28,50 Euro) – das Komplettabo (Print + Digital) 42,80 Euro. Zögern Sie nicht und bestellen Sie noch heute in unserem Shop. Damit bleiben Sie am Ball und sichern die Herausgabe eines wegweisenden Zeitschriftenprojekts.

Mehr zum Thema im Novo-Dossier „Ernährung"

16.02.2012 | Permanenter Link |

Kategorie(n):

Artikel twittern Artikel auf Facebook posten

Kommentare

Kommentare werden in der Regel einmal täglich freigeschaltet. Wenn Sie Kommentare vermissen, schauen Sie einfach später noch mal vorbei. Die Redaktion behält sich vor, Leserkommentare nicht, gekürzt oder in Auszügen zu veröffentlichen.

Das Gegenteil von “Grundsätzlich nie” ist “Grundsätzlich immer”!
Denn: “Ab und zu” liegt in der Mitte!
So genau hats der Verfasser auch ned mit der Sprache

Alois
17.02.2012  11:07

Danke Alois! Schöner Beweis, dass Krämer leider richtig liegt.

Bernd das Brot
17.02.2012  13:03

“Ab und zu”, liegt wohl eher in der Nähe von “Grundsätzlich nie”.
“Teils Teils” liegt genauer in der Mitte.
Aber darum soll es ja gehen, die Konsumenten im Unklaren zu lassen.

e.moser
17.02.2012  13:07

Klasse und danke!
Sie haben hochprozentig Recht, gerade die Zahlen und Relationen auf der einen Seite der bewußten Stimmungsmache auf zu zeigen aber die tunlichst verschwiegene andere Seite gehört unbedingt auch in die Öffentlichkeit.

Ein Beispiel unter vielen. In NRW regieren die Grünen mit der SPD. Dem grünen Umweltminister ist es laut seiner Aussage “eine Herzensangelegenheit” alle Hauskanalanschlüsse durch einen sogenannten “Kanal-TÜV” auf Dichtheit zu prüfen. Dabei wird das drucklose Hauskanal- Rohrsystem unter Druck gesetzt und ist sicher nicht druckfest, es muss also für viel Geld, “pi x Daumen” vielleicht 500 bis 1000 € pro 1Meter des Kanalanschluss saniert werden.
Der Minister macht einen Gesetzentwurf der alle Kanalanschlüsse landesweit zur Prüfung vorsieht.
Überall tauchen Flyer mit Werbung von “Kanalprüfern” auf, die Lokalpresse wirbt täglich mit Anzeigen für diese Aktion und ist gespickt mit Werbeanzeigen von Sanitärfirmen, die den Bürgern “an den Kanal wollen”.
In NRW gibt es circa 8,4 Millionen Haushalte, wenn nur 3 Millionen Kanalanschlüsse “geprüft” würden und pro Anschluss nur 5.000 € Sanierungskosten anfallen, dann ist das ein “Geschäftsvolumen” von sage und schreibe 15 Milliarden zu Lasten der Hausbesitzer, per Verordnung.
Angenommen die Branche bedankt sich bei der “Politik” mit nur 1 bis 5 % von 15 Mrd. €, dann hätten die mit dem “Herzensanliegen” einen Coop gelandet, mit dem sie ihre Listenplatzrangfolgen sichern könnten, ihre assozierten Verbündeten, ob BUND oder wen auch immer als Nutznießer einbringen oder schlicht die Parteikasse “stärken” könnten. (Geldwäschetips beschreib ich jetzt mal hier und in diesem Zusammenhang nicht)
Unter diesem faktisch monetären Blickwinkel kann man weiter politische Personen oder Projekte schlicht nach dem Prinzip, wer profitiert ?, nüchterner betrachten und die Lobbyisten bzw. die hochmotivierten parlamentarischen Reiter deutlich sehen.
NRW hat sicher genügend Lehrstühle für Ökonomie oder Politik, genügend “Salon-Sozialisten” die dort geparkt wurden und nun die “Wissenschaft verwalten” und nicht im Traum auf solche obskuren Zahlenspiele und über “verschwörerische Mauscheleien” stolpern würden.
Das würde doch nur ihre Karriere gefährden.

Hans Meier
17.02.2012  13:20

Die Lügen-Barone der GRÜNEN Papnasen sind unterwegs.

Die Unstatistik des Monats Januar ist 96,4%.

Diese Zahl verbreitete das Umweltministerium NRW am 20. Januar 2012 in einer Pressemitteilung; so viele Hähnchen der untersuchten Mäster aus NRW sollen nach Angaben von NRW-Umweltminister Remmel mit Antibiotika behandelt werden oder worden sein.

Hier ist Umweltminister Remmel und mit ihm viele andere, die diese Zahl seit ihrem ersten Auftauchen verbreitet haben, ohne sie zu hinterfragen, einem Irrtum aufgesessen. Dieser Irrtum liegt darin, dass „Betriebe“ mit „Hähnchen“ verwechselt werden. Wahr ist vermutlich, dass nur 3,6% der Hähnchen in Betrieben aufgezogen werden, die grundsätzlich auf Antibiotika verzichten. Es gibt aber viele Mastbetriebe, die einmal bei einem Mastdurchgang Antibiotika brauchten und beim nächsten Durchgang nicht. Alle Personen, die die Zahl 96,4% verbreitet haben, haben fälschlicherweise alle gemästeten Hähnchen dieser Betriebe als durch Antibiotika kontaminiert klassifiziert. Daher ist der Prozentsatz der mit Antibiotika behandelten Masthähnchen wahrscheinlich kleiner als 96,4%.

Eine genauere Betrachtung der dieser Zahl zugrunde liegenden Studie zeigt, dass bei 83% der untersuchten Mastdurchgänge mindestens eine Arzneimittelbehandlung vorgenommen wurde, während bei 17% der Durchgänge keine Behandlung stattfand. Aber auch diese Zahl liefert keinen Hinweis, wie viele Hähnchen tatsächlich mit Arzneimitteln behandelt wurden, da sich die Anzahl der Hähnchen je Mastdurchgang stark unterscheidet. Mehr Aufschluss liefert eine repräsentative Untersuchung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, die die tatsächliche Anzahl der behandelten Masthühner ausweist. Nach dieser Studie wurden 76% der Masthühnchen in Niedersachsen mit Antibiotika behandelt.

.....................................................

Auch der Fall mit der Phantom-Debatte derAtomkugeln aus Jülich sind dafür exemplarich: siehe hier
http://www.evangelisch.de/themen/umwelt/phantom-debatte-in-nrw-atomkugeln-waren-nie-weg38425
http://www.gruene-nrw.de/details/nachricht/die-gruenen-haben-alles-richtig-gemacht.html

Bart Simpsen
17.02.2012  14:53

Die 96,4 % Prozent passten einfach in das Bild des Minsters, dann wurde eben nicht weiter nachgefragt.
Es ist schon fahrlässig bei einem solch wichtigen Thema von Ministerseite so schluderig zu argumentieren.
In der Medienberichterstattung ging es sogar schon so weit, dass berichtet wurde, in dieser Studie sei herausgekommen, dass in 96,4 % des Geflügelfleisches was verkauft wird, Antibiotika zu finden seinen. Da kann man erkennen, dass so mancher Journalist überhaupt nicht einmal verstanden hat wovon er berichtet. Auch eine schwache Kür.

Daniel
17.02.2012  14:53

76 Prozent der Masthühnchen sind mit Antibiotika behandelt worden, habe ich hier gelernt. Und das sind grundsätzlich viel zu viele.
Die Wahrscheinlichkeit, mal eins ohne Antibiotikabehandlung zu ergattern, liegt bei 1:4.
Da ich nicht weiß, wie sich etwaige Antibiotikareste beim Menschen auswirken, lasse ich lieber meijn Geld in der Tasche und esse weniger Fleisch.
Wenigstens dann, wenn mal grade keine EHEC-Epidemie ist…

Roithamer
17.02.2012  15:07

” Fuhr vor einigen Jahren noch jeder zehnte Autofahrer zu schnell, so ist es heute schon jeder fünfte. Doch auch 5 % sind zu viele, und so wird weiterhin kontrolliert, und Schnellfahrer haben zu zahlen.” So brachte die Norderneyer Zeitung vor einigen Jahren dieses Innumeratentum perfekt auf den Punkt.”
Jetzt wissen wir wenigstens warum der Autor Journalist geworden ist, mit der Prozentrechnung hatte er/sie es halt nicht so!
Ich schlage bei solchen Angaben immer vor einmal die Gegenzahl zu betrachten: 20% zu schnell bedeutet 80% halten sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung (oder werden nicht erwischt! :) ) Dann nimmt man das häufig schon ganz anders wahr.
Weiteres Beispiel ist die immer wieder auftauchende Zahl von jedem zehnten bzw. 10% durch Alkohol verursachten Unfällen!
90% aller Verkehrsunfälle geschehen also ohne Alkoholeinfluß!

dentix07
17.02.2012  22:47

Ähm ich will ja nicht großartig nörgeln, aber das mit dem “grundsätzlich immer/nie” kann schon richtig sein.

kontradiktorischer Gegensatz: “weiß - nicht-weiß” [nie - mindestens einmal]
konträrer Gegensatz: “weiß - schwarz” [nie - immer]

Es kommt darauf an, was mit “Gegenteil” genau gemeint ist.

Außerdem schreiben Sie erst, dass
“[...] Betriebe, die nicht grundsätzlich auf Antibiotika verzichten, nur bei rund 80% dieser Mastdurchgänge tatsächlich Antibiotika einsetzen.”
Und: “Aber auch diese Zahl liefert keinen Hinweis, wie viele Hähnchen tatsächlich mit Arzneimitteln behandelt worden sind, da sich die Anzahl der Hähnchen je Mastdurchgang stark unterscheidet.”

Dann kommt ein längere Elaboration über die hohe Kunst der Mastdurchgänge, nur um zu einer Kerninformation zu kommen:
“Nach dieser Studie wurden 76% der Masthühnchen in Niedersachsen mit Antibiotika behandelt.”

Ähh, ok, aber diese 76% liegen doch erstaunlich nahe an der Zahl die man durch Benutzung der ach so ominösen “80%” erhält: 96,4% * ~80% = ~77%
Das ist eine hohe Korrelation, dafür dass es angeblich “keinen Hinweis” liefern soll.

Und zu guter Letzt: Ob jedes ca. 20. Hähnchen oder nur jedes vierte ein unbelastetes Leben hatte, wirklich appetitlicher wird es dadurch auch nicht.

Aber die Grünen haben die Statistk falsch gelesen, das ist wohl wahr.

Albert E.
18.02.2012  01:46

Im Zeitalter ständig unfinanzierbarer werdenden Gesundheitskosten, kommt es billiger seine Krankheit mit einem oder zwei Hähnchen zu bekämpfen.
In Österreich beträgt z.B. die Gebühr für ein Rezept aus der Apotheke rd. € 5,—.
Die Erfolgsaussichten auf Gesundung sind auch bei Medikamenten nicht immer sehr hoch - also MAHLZEIT.

e.moser
18.02.2012  15:24

Man muss sich zur Hähnchenstudie mal die Rohdaten ansehen (sind im Internet verfügbar). Daraus kann man getrost schließen, dass bereits bei der Datenerhebung so viel danaben gelaufen sein muss, dass die Daten für den Zweck gar nicht verwendbar waren. Sichwörter, die mir einfallen: Nichtfachleute, unsystematisch, willkürlich. Die Erhebeung soll angeblich in einem Zeitraum von 4 Monaten abdecken. In diesem Zeitraum können im Durchschnitt maximal 2,6 Mastdurchgänge erfolgen. Bei den in den Rohdaten häufig angegebenen längeren Mastzeiten deutlich weniger. Wenn man die Anzahl der der produzierten Hähnchen der Betriebsgröße ins Verhältnis setzt, kommt man häufig auf wesentlich mehr Duchgänge. In mehreren fällen auf 4 oder 5, einmal sogar auf 8. Das ist in der Praxis unmöglich! Andereseits gibt es Betriebe, auch große, für die nur 1 Mastdurchgang aufgeführt ist. Dabei kann es sich nur um Sonderfälle handeln, oder Daten sind einfach “vergessen” worden. Bei der Menge der bereits auf dem ersten Blick sichtbaren Datenmängeln muss man vernuten, dass weitere ehebliche Mängel vorhanden sind, die nicht direkt sichtbar sind. In NRW will man nochmal nachrechnen. Das kann man sich sparen. Man sollte sich überhaupt erst einmal um Daten kümmern.

Gebhard
21.02.2012  15:39

Worum geht’s hier eigentlich?
Doch wohl darum, ob Antibitiotika, die Tieren - aus welchen Gründen auch immer - verabreicht werden, dem Menschen schaden, oder?

Laut BfR ist das nicht der Fall. Schon 2009 hieß es in einer Pressemeldung des Bundesamtes für Risikoforschung: “Dass MRSA von Nutztieren über Lebensmittel wie rohes Fleisch oder Rohmilch auf Menschen übertragen werden, ist nach derzeitigem Kenntnisstand unwahrscheinlich”. (Quelle: http://www.animal-health-online.de/lme/2009/05/13/ubertragung-von-methicillin-resistenten-staphylococcus-aureus-mrsa-durch-schweinefleisch-unwahrscheinlich/3501/)

In Amerika hat man sich angeblich nach 30 Jahren Diskussion zum Einsatz antibiotischer Leistungsförderer (in der EU seit 2006 verboten) für ein “Weiter so” ausgesprochen. Grund: die Vorteile überwiegen die Nachteile und “Estimated farm?to?fork risk from on?farm antibiotic use is extremely low. In fact, the alternative risk of sub?optimal animal health may be higher than the risk of on?farm antibiotic use.” Nachzulesen hier: http://www.porknetwork.com/pork-news/Animal-scientists-react-to-FDA-antibiotic-policy-136661633.html

Ina
02.03.2012  16:58

Die Kommentarfunktion wird 30 Tage nach Veröffentlichung eines Artikels geschlossen. Senden Sie Ihre Kommentare danach bitte per E-Mail unter Nennung des Artikelnamens an kommentare@novo-argumente.com. Wir schalten ihn sobald wie möglich frei. Die Redaktion behält sich vor, Leserkommentare nicht, gekürzt oder in Auszügen zu veröffentlichen.