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Pummel-Mobbing: Null-Toleranz-Diät für Dicke
Von Josef Hueber
„Lasst dicke Männer um mich sein!“ – So hat es einst William Shakespeare dem misstrauischen Cäsar in den Mund gelegt und ihm damit ein Bekenntnis entlockt, das nicht gerade einen Mangel an Verständnis vom Zusammenhang zwischen Körpergewicht, Gemütlichkeit, Menschenfreundlichkeit und vielleicht sogar Verlässlichkeit verrät. Aber die Tage sind längst gezählt, als man den Dicken gegenüber freundlich gesinnt war. Wer bei pfundskerl-xxl.de einkauft, wird dies tunlichst in der Bewerbung um eine Führungsposition verschweigen. Denn dort glaubt man, genau zu wissen, dass Übergewicht ein Zeichen von mangelnder Disziplin, Trägheit, Fresssucht und sportlichem Desinteresse ist. Diesen Katalog an Untugenden ständig mit sich herumzutragen und zur Schau zu stellen, bereitet keinem Mann Freude. Und Frauen schon gar nicht. Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts haben nämlich bestätigt, dass wir ruhigen Gewissens an der Leistungsfähigkeit rundlicher Weiblichkeit zweifeln dürfen, denn: „Nur schlanke Frauen handeln mit Weitsicht“. [1] So ist das also mit den schlanken und den dicken Frauen.
Vorbei die Zeit, als Mama stolz war, wenn sich ihre Kinder den Fleischtopf schmecken ließen. Als die Oma ordentlich „gute Butter“ oder gar Butterschmalz in die Pfanne gleiten ließ, damit das brutzelnde Schnitzel oder der blubbernde Pfannkuchen wirklich ein Genuss waren. Heute, inmitten unserer multitoleranten Gesellschaft, hört der Spaß mit der Toleranz derartiger Genüsse auf. Hören wir doch mal rein, woran Otto Normalverbraucher, seines Zeichens Schlankmensch, Gefallen finden soll. Hier ein Beispiel für den sozial inkorrekten Habitus, präsentiert im menschenverachtenden Unterhaltungston. Die Schröders dichten so:
„Neulich auf dem Schulhof so vor 15/16 Jahrn / Da ist mir ein einschneidendes Erlebnis widerfahrn /Wir spielten Jungs die Mädchen ich war wie wild hinter ihn’n her / und prallte in ein ganz massiven fleischgewordnen Berg / In der einen Hand die Fritten / in der andern das Dessert / Ich wollte noch was sagen / Doch der Aufprall war zu schwer / Dicke Kinder stehen ständig im Weg / Dicke Kinder Schulbrot doppelt belegt / Alle woll’n nur ihr Bestes / Von Mutti gemässtet / Dicke Kinder dicke Kinder“ [2]
Was als Holterdipolter-Lyrik daherkommt, ist brutale Diskriminierung, ist offenes Mobbing von durch den Bodymassindex stigmatisierten Menschen. Derlei zu ertragen, wird keiner anderen Gruppe in unserer Gesellschaft zugemutet. Denn wo rassistisch oder irgendwie Phobes getextet wird, meldet sich der Staatsanwalt. Oder kann man sich, in Abwandlung obiger Poesie, Verse vorstellen wie „ Gehbehinderte / Rollstuhlfahrer / Blinde / Alte /Schwule stehen ständig im Weg“ ?
Im Berufsleben ist längst bekannt, dass Aussehen und Idealgewicht Kompetenzmängel gegenüber weniger Naturbeschenkten kompensieren können. „‚Attraktivität ist heute oftmals wichtiger als persönliche Beziehungen.’ Schöne Menschen seien selbstbewusster und wirkten auf ihre Kollegen zielstrebiger. Eigenschaften, die man mit weniger attraktiven Menschen eher selten in Verbindung bringe.“ [3]
Die Übergewichtsfalle für Kinder
Ein Spaziergang im Blätterwald, im analogen oder digitalen, der sich des Themas Übergewicht gerade wieder mal annimmt, lässt es uns anhand des objektiven Bildmaterials wissen: Übergewichtige Kinder gibt’s immer mehr und mehr. Da steht schon mal ein fettes Amikind vor einem Christbaum in der Shopping-Mall, in der einen Hand ein iPhone, in der anderen was Fetttriefendes zum Reindrücken, und beweist damit die Verfettung der westlichen Kultur. „Fette Kinder in Amerika“ titelt die Seite Zeitenschrift, die sich als „Kompass in schwierigen“ Zeiten versteht. [4] Die Nachkommen im Reich der Gigasteaks, so die seriösen Journalisten, gehören „zu den fettesten der ganzen Welt.“ Bei uns in Deutschland sah Ministerin Künast 2004 im Gewicht von Kindern geradezu ein Gerechtigkeitsproblem. [5] Anders als in traditionellen Kulturen, wo Dickleibigkeit als Zeichen von Reichtum angesehen wurde, wo Bräute oft monatelang vor der Hochzeit gemästet wurden, um ein entsprechendes Gewicht zu haben, ist Nahrung im Überfluss nun also ein Indikator für Armut. Der BMI, Frau Künast, ein Indikator für das Ausmaß an Gerechtigkeit, das in der Gesellschaft herrscht? Wer hätte sich träumen lassen, dass Justitias Waage jemals Gerechtigkeit in Kilogramm wiegen würde?
Doch im mediengezeugten Unglück stehen stets profitgeübte Helfer Rat bei Fuß. Michelle Obama, Gattin des nach Arnold Schwarzeneggers Meinung mit dünnen, unmuskulösen Beinen ausgestatteten US Präsidenten [6], hat schon vor einiger Zeit den Kampf gegen die Fettamerikaner angesagt. [7] Dass sie dabei ihre eigene Tochter instrumentalisiert, gehört zum Geschäft des Yes-we-can-Bluffens. Ob dies nur lächerlich ist, bezweifelt der Ernährungsexperte Udo Pollmer: „Wie erhebend muss es für ein Kind sein, wenn sein Körper öffentlich zur Diskussion steht: ich wüsste keinen besseren Weg die Selbstachtung eines Kindes zu treffen, als ihm sorgenvoll zu vermitteln, sein Körper sei nicht okay. Es hat ab dann bei jeder Mahlzeit ein schlechtes Gewissen und schämt sich, wenn es auf dem Sofa lieber schlaue Bücher liest, statt rumzuturnen.“ [8]
In Deutschlands Arztpraxen wird die Sache so richtig ernst. Dr. Gunter Frank spricht in seinem Videobeitrag von „Schlankheitsterror im Kindergarten“ [9], von beleibten Müttern, die sich schämen, wenn sie ihren beleibten Kindern einen Schokoriegel oder andere Süßigkeiten vor den Augen despektierlicher Zuschauer geben. Und er lässt uns aufhorchen bei der Information, dass es medizinisch völlig unbedenklich sei, wenn Kinderfiguren nicht der willkürlich festgelegten Norm entsprächen. Schlankheitskuren, die den Pummelchen vermitteln, dass sie soziale Nachteile zu befürchten haben, wenn sie das Essverhalten nicht ändern, treiben, so Dr. Frank, Kinder in die Depression und in Essstörungen. Abnehmprogramme erbrächten „keinerlei Nutzen, geschweige denn Gewichtsreduktion“.
Es besteht wenig Hoffnung, dass seriöse wissenschaftliche Forschung und erhärtete Fakten eine wirksame Medizin gegen Fettphobie sind. Und das ist gut so. Zumindest für diejenigen, die dem Schlankheitsgott BMI die Anbetung nicht verweigern und gerne Geld für Überflüssiges in den Klingelbeutel einer medizinisch zweifelhaften Therapie werfen. Das „ Fachklinikum Borkum“ jedenfalls greift die aus allen Nähten geplatzten kindlichen Polster an. Auf der Webseite präsentiert sich das Ergebnis: Ein auf den korrekten BMI rückgeführtes Kind blickt freundlich in die Augen des Mausbedieners. [10] Die Therapie der zuvorkommenden Klinikmitarbeiter – wie sollte es anders sein – nimmt Kinder und deren Eltern in die Pflicht. Dickerchen sind nämlich immer auch Opfer von ernährungsunkundigen oder einfach ernährungsspontanen und damit irregeleiteten Eltern. Die dicken Kinder zeigen falsche „Ernährungsmuster“ – so lautet zunächst die Begründung für ihre Behandlungsbedürftigkeit. Gemüse und Salat sind angesagt, nix Süßigkeiten. Schokoriegel als Lob? Ein völlig falsches Muster! (Frage an den Therapeuten: Salatblätter als Belohnung – wäre dies nicht ein erstrebenswertes Ziel einer Ernährungstherapie? Oder sollte man vielleicht Nahrungsaufnahme überhaupt als Belohnung für Kinder aus unseren Verhaltensmustern streichen? Dann aber müssen wir uns als Erwachsene auch abgewöhnen, uns als „Belohnung“ für geleistete Arbeit oder einfach so für den Abend eine Flasche Bier oder Wein zu gönnen, denn: Exempla trahunt. Beispiele geben die Richtung vor!)
Wenn websurfende Eltern nun Zweifel an der Wirksamkeit ernährungsvernünftiger, aber lustverneinender Essmuster der Bochumer Klinik haben sollten, hilft ihnen ein virtuelles kleines, grünes Monsterchen mit Sprechblase, das den Kinderwiderstand gegen Gemüse mühelos bricht: Es erzählt davon, dass der Seemann Popeye sich regelmäßig mit Spinat (ein Uggh für jedes Kind!) gestärkt hat, um seine Gegner zu besiegen. Ja, und sollte ein Kind von der Siegesstatistik des Seefahrers unbeeindruckt bleiben, so bietet Monsterchen handfeste Infos: Spinat habe Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine. In den Tomaten, so lernen die Kleinen auf der Webseite, seien noch mehr vernünftige Stoffe drin. Und ja, dies sollte jedes Schleckermaul wissen, da ist auch was gegen Krebs enthalten. Ob Otto jetzt immer noch nein zur Tomate sagt?
Spätestens jetzt also sollte unser Musterkind einsehen, warum es sich selbst schadet, wenn es isst, was ihm schmeckt, statt bewusst zu essen, was ihm schmecken soll. Vielleicht gelingt es dann ja auch, aus einem „Bewegungsmuffel“ ein sportbegeistertes Kind“ zu machen? Das, so die Auskunft auf der Homepage der Klinik, sei „einfacher als es scheint.“ Wer’s glaubt. Die Fortsetzung der Webseitenreise sei hier empfohlen. Eine Statistik über mangelnde Erfolge und vorauszusehende Rückfaller, Opfer des Jo-Jo-Effekts, findet sich nicht.
Essen: keine Frage der freien Entscheidung
Die These lautet: Normabweichendes Gewicht ist als soziales Stigma zur Bewährungsprobe für die Menschenwürde vor Ort geworden. Dass sich Menschen wegen ihres physischen Erscheinungsbilds herabwürdigen lassen müssen, bis hin zur sozialen Ausgrenzung, ist eine Schande für eine sich sonst ach so tolerant gebende Gesellschaft. Wenn der stellvertretende Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Leonhard Kuckart, fordert, dass Übergewichtige höhere Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung zahlen müssen [11], so hat er sich damit offen für die Diskriminierung Benachteiligter ausgesprochen, was bedauerlicherweise keine deutliche öffentliche Zurückweisung provoziert. Im Gegenteil: Wenn mittlerweile sogar vom Lehrerverband, eigentlich der Vertreter von Kinderinteressen an vorderster Front, gefordert wird, dass für übergewichtige Kinder weniger Kindergeld bezahlt werden sollte [12], dann ist die moralische Grenzlinie überschritten. Nahrungsaufnahme wird offensichtlich nicht mehr als individuelle freie Entscheidung angesehen, sondern als Vorgang, der sich öffentlicher Bewertung aussetzen muss. Die Öffentlichkeit mit ihren fragwürdigen Normen entscheidet darüber, ob Essgewohnheiten und Aussehen verantwortungsvollen oder unverantwortlichen Umgang mit der eigenen Person offenbaren. Spätestens jetzt vergeht einem der Appetit.
Josef Hueber ist Studiendirektor für Deutsch und Englisch sowie Leiter der Fachschaft Englisch am Gabrieli-Gymnasium in Eichstätt.
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Anmerkungen
1derstandard.at/1308679735784/Uebergewicht—Verhalten-Nur-schlanke-Frauen-handeln-mit-Weitsicht
2www.nomorelyrics.net/de/die_schroders/2379-dicke_kinder-songtexte.html
3www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/karrierechancen-der-menschliche-makel-1407738.html
4www.zeitenschrift.com/news/sn-190104-uskinder.ihtml
5www.netdoktor.de/News/Kuenast-Uebergewicht-ist-Ge-1115240.html
6www.welt.de/politik/article2658497/Schwarzenegger-verspottet-Barack-Obamas-Figur.html
7www.fr-online.de/panorama/michelle-obama-kampf-gegen-uebergewicht-bei-kindern,1472782,3147248.html
8www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/1432024/
9http://www.euleev.de/video/63-dr-gunter-frank-schlankheitsterror-im-kindergarten-schlankheitswahn
10www.adipositas-borkum.de/adipositas0/die-psychologische-therapie/index.html
11www.1a.net/news/gesundheit/krankenversicherung-dicke-und-raucher-sollen-mehr-zahlen-10752
12www.mopo.de/news/lehrerverband-fordert—dicke-kinder—eltern-hartz-iv-geld-kuerzen-,5066732,5163314.html
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Mehr zum Thema im Novo-Dossier „Ernährung“
23.01.2012 | Permanenter Link |
Kategorie(n):
Jetzt beginnt die Deutsche Gründlichkeit, der Stolz vieler Generationen, zur Last zu werden.
Weil sie, allerdings vorhersehbar gewesen, in Regulierungswut endet.
Naja, ein bischen habe ich den Eindruck, daß es weniger um gesunde Menschen, sondern eher um “gesunde Produkte” geht. Das diese natürlich nur die Ökobranche liefern kann, dürfte wohl jedem klar sein. Das Eisen soll man schmieden, solange es heiß ist. Das weiß man in diesen Kreisen genau. Die neue, grüne Volksbesoffenheit will man nutzen für - Gute Ware (Öko), schlechte Ware (pöse Konzerne), eh’ der ganze Schwindel verpufft.
Beste Grüße B.
@Bibliothekar: Es geht nicht nur um die ‘besseren’ Produkte (weniger Salz, weniger Zucker, weniger Fett, weniger oder gar Fleisch, Öko-Schmäh usw.), sondern auch um den ‘besseren’ Menschen, den ‘besser’ sich verhaltenden und demzufolge ‘besser’ aussehenden. Der Neue Mensch, immer wieder dieses Bild. Wie im Artikel angesprochen, hatten in der deutschen Politik (erstmals seit dem Untergang sehr ähnlicher Vorstellungen 1945) Renate Künast und ihr damaliger Staatssekretär Berninger dieses Thema wieder sehr pointiert auf die Regierungs- und Medienagenda gebracht. 2005 hatte ich gegenüber Künast die “Freiheit der Andersgewichtigen” einzufordern versucht. Berninger tauschte übrigens sein Bundestagsmandat gegen einen gutbezahlten Job als “Gesundheits- und Nachhaltigkeits-“Lobbyist bei Mars Schokoriegeln, hat also genau die Probleme als Politiker mitkreiert, die ihm jetzt viel Geld einbringen.
Da kommen einem ja fast die Tränen…
“Vorbei die Zeit, als Mama stolz war, wenn sich ihre Kinder den Fleischtopf schmecken ließen.”
Gab’s nicht erst letztlich einen Artikel, in dem ein Novo-Artikel “bewiesen” hat, dass fett- und proteinreiches Low-Carb-Essen schlank hält?
Auch wenn ich das persönlich eher bezweifle: wer die genetische Anlage hat von einem Brötchen zuzunehmen, kann genauso leicht zum (Muskel-)Schrank mutieren. Alle anderen können ja weiterweinen.
Zum Thema Mobbing: auch hier gab es mal einen (mehrere?!) Novo-Artikel, wo erklärt wurde, warum auch das zur gesunden Sozialisierung von Menschen dazugehört.
Die Leute, die so gerne dick sein wollen, sollen sich doch bitte einmal folgendes fragen: warum werden Dicke manchmal belustigt oder gar gemieden? Vielleicht weil es nicht ganz gesund ist? (Das Buch “Die Steinzeit steckt uns in den Knochen” gibt sicher Hinweise darauf.)
Welche Lösung schlägt der Autor jetzt eigentlich vor? Das Political-Correctness-Upgrade für Dicke?
P.S.: Da kommt mir grad noch ein Seitenhieb in den Sinn: warum sind eigentlich die ganzen “Öko-Freaks” mühelos schlank? Liegt das an den Körnern oder daran, dass sie ihre eigenen Beine zur Fortbewegung benutzt?
@ Lövenich, @ PS
Ist doch toll, wie “PS” gleich die Bestätigung für die besseren Menschen bietet. Ächtet die Dicken!
Was machen wir denn dann aber mit Frau Höhn und Frau Roth und…??? Das sind dann so Öko-Freaks mit Mühe zum schlank werden. Werfen Sie ihre rosa-grüne Brille weg PS.
Der Blick in die Realität ist erschreckend und ernüchternd und führt womöglich zu normalen Maßstäben zurück. Dann braucht man die ganze Menscheneering-Industrie und deren Ideologen, die nicht müde werden Gleichheit für alle zu predigen, gar nicht mehr. Brüllen nicht deren Plakate ständig etwas von Antidiskriminierung? Früher gab es die Rassentrennung, heute will man die Einstellungstrennung per politischer Verordnung. Erschreckend!
Beste Grüße B.
Wen unterstützt man nun sinnvollerweise?
Die psychologischen Angriffe der Nahrungsmittelindustrie, die mit viel Aufwand/Geld erfolgreich dabei ist, den Menschen das Essen so schmackhaft zu machen, dass viele von ihnen trotz angeblich “so viel Gesundheit” und geringer Kalorien, das gesunde Maß nicht mehr kennen und daher speisen was das Zeug hält. Damit sich selbst und natürlich auch dem Gesundheitssystem schaden.
Oder soll man doch jene unterstützen die mit im Grunde genommen bescheidenen Mitteln, etwas dagegenhält?
Das eigentliche Thema: Gesundheitsliche Probleme durch Übergewicht (wenn sie denn da sind) geht unter zwischen einerseits der Diskriminierung einer ganzen Gruppe von Menschen oder dem Gegenpol Gesundheitskult der unter anderem in solchen Dingen gipfelt wie:
Opitz, Christian: “Befreite Ernährung” (bin da gerade zufällig im Netz drüber gestolpert und traute meinen Augen nicht).
Es ist schon sinnvoll, sich über Gesundheitsrisiken Gedanken zu machen, aber es ist die eigenen Verantwortung, wie man damit umgeht.
Konsequenterweise müsste man dann aber auch bei der Krebsbehandlung mit Misteln ‘& Co. oder der gerade auch bei unter Akademikern weit verbreitete Homoöpathie nur müde mit dem Schultern zucken.
Es ist schon dem allgemeinen Zeitgeist entsprechend, dass man alle Vorteile genießt die man nur erreichen kann, man lebt so wie man möchte, Hedonismus pur, redet noch davon, “dass es schließlich die eigene Gesundheit, den eigenen Körper betrifft” = man “privatisiert” also, die “Reparaturkosten” dafür werden aber “verstaatlicht”, d.h. der Allgemeinheit angelastet.
Wie gesagt, ganz im Zeitgeist!
@ e.moser
Ihre Gedanken ernsthaft weiterverfolgend, sind wir dann bei meinem ersten Kommentar wieder angelangt. Wie wollen Sie denn das sozial korrekte, ökologisch tragbare Körpergewicht durchsetzen? Den Ideal-Menschen haben andere auch schon gefordert und sind dabei in eine Katastrophe geschlittert. Auch da kannte man die Wahrheit über Alles ganz genau. Aber, vielleicht haben Sie ja genauso einfach ein ästhetisches Problem mit vielen Menschen und sorgen sich deshalb um jede Abweichung von Ihrem Ideal. Beim Dreschen Ihrer, meist hohlen, Phrasen vergessen Sie aber stets die Konsequenzen, wenn man nach Ihnen handeln wöllte. Da müßten Sie doch Angst vor sich selbst bekommen, als der typische Gutmensch für den Sie sich hier stets darstellen. Für Sie gibt es eben nur EINE Wahrheit und EIN richtiges Handeln. Für mich sind Sie einfach ein stumpfer, egoistischer Wohlstands-Eiferer aus dem Bionade-Biedermeier, der die Rettung Anderer vorschiebt, um seiner eigenen Angst zu entfleuchen, man könne dem Wohlstand nicht die zustehenden 100 Jahre genießen. Es geht Ihnen nur um sich selbst. Bitte reden Sie künftig von sich selbst und lassen bitte das “Wir” und die “Allgemeinheit” außen vor.
Ohne Grüße B.
Ach, wer „moser“t dann da über die ‚Völlerei‘? Wenn er die Kosten im Gesundheitssystem drücken möchte, müsste er vor allem gegen Langlebigkeit sein und das „sozialverträgliche Frühableben“ befürworten, das angeblich Dicke und Raucher befällt. Oder die „Verstaatlichung“ von Risiken beenden, indem er sich für ein privates Gesundheitssystem einsetzt. Statt dessen lamentiert über die ‚Verführung‘ durch die Nahrungsmittelindustrie an offenbar nicht selbstbestimmten Menschen, die der harten Hand Mosers bedürfen. Und fragt, wen er unterstützen soll. Sicher keine Kampagnen gegen Dicke, die erhalten genug Staatsknete und Sponsoring von z.B. Slim Fast und Pharmakonzernen. Die Leidtragenden bei solcher Ernährungsstigmatisierung und -regulierung werden ganz genau wie beim Tabak nicht die Herstellerkonzerne sein, sondern die Schwächeren, insbesondere Menschen, deren Lebensstil und deren Körperformen nicht den sanitaristischen Vorstellungen entsprechen.
Herr E. Moser, wer ist denn Ihr angenommenes ‘man’?
Von wem reden Sie konkret, gegen wen oder was wenden Sie sich so pauschalierend?
Die Eigenverantwortlichkeit stellt doch hier wohl niemand in Frage - im Gegenteil.
Aber genau das heißt ja auch, dass niemand gezwungen ist, TK-Pizza zu kaufen oder sich der Fließbandabfertigung von MacD. zu unterziehen*.
In der Tat befinden sich in den Lebensmittelregalen eine Menge Dinge von den denen man glauben könnte, die sind unnötig, aufgepeppt mit allerlei Geschmacksstoffen und dazu noch teuer, alles um des Vorteils willen, schnell zu gehen – und die Aneignung von Kochkenntnissen zu umgehen.
Aber lägen sie nicht in den Regalen, wenn sie nicht von eigenverantwortlich Handelnden gekauft würden. Davon abgesehen geht diese Klage doch vorbei aus vielerlei Richtungen immer wieder artikulierten Kritik an Leistungsgesellschaft, immer größer werdenen Druck, schlechteren Bezahlung usw..
Wirklich hedonischtische Individuen gibt es sicher, gerne würde ich mal eins dieser Exemplare treffen, da sie in meiner pers. und beruflichen Umgebung ausgesprochen rar sind.
*Und genau diese Produkte haben ja eher nichts mit Hedonismus zu tun (da hätte ich ganz andere Phantasien).
@siebert
Also wenn “man” sonst nichts zum Mäkeln hat, dann versucht “man” es mit “man”, so weit so gut. Als nächsten Schritt empfehle ich, auf Rechtschreibung zu achten. ;-))
Aber nun zum Thema:
Hier wird von Pummel-Mobbing geschrieben, ohne dass der Begriff der Pummeligkeit als solcher genau definiert ist.
Da werden sich eine ganze Reihe, dem Bibendum ähnlichen Geschöpfe auch noch gerne dazu zählen wollen, oder Wesen die als Werkvorlage für Fernando Boteros Skulpturen dienen hätten können.
Wenn nun ein wenig Mäßigung eingefordert wird, so muss das nicht zwangsläufig (und unrichtigerweise) in Bevormundung umgedeutet werden. Vermehrt etwas mehr körperliche Bewegung zu propagieren, hat noch lange nichts mit Umerziehung oder Umgestaltung einer Gesellschaft zu tun. Aber genau solche Totschlagargumente sind hier bedauerlicherweise (und auch anderswo) häufig anzutreffen, helfen aber dem Thema nichts.
Wer eine Amerikanisierung unserer Gesellschaft anstrebt, der hat scheinbar z.Z. immer recht. Wachstum, koste es was es wolle. Es werden die rundum platzenden Blasen schlichtweg ignoriert.
Aber genau am Menschen ist die Endlichkeit von Wachstum und die unerwünschte Nebenwirkung ziemlich rasch erkennbar, oder kann sich jemand ernsthaft vorstellen, dass 40 jährige, mit >50% Übergewicht einen hohen Wohlfühlfaktor haben? 40jährige die bereits Knie-und Hüftgelenksoperationen hinter sich haben. Soll das wirklich noch der Sozialgemeinschaft angelastet werden, ohne dass sich zumindest ein gewisser Widerstand regt, indem es thematisiert wird?
Zum Thema Hedonismus muss ich ihnen recht geben, da gibt es viel Tolleres als sich krank zu fressen!
@ e.moser
Na, da sagen Sie es doch gleich. Es geht Ihnen also um das liebe Geld, was möglicherweise dann nicht für die exorbitante Subvention grüner Luftschlösser zur Verfügung steht. Albern, wenn Sie dafür den Antiamerikanismus und die “Grenzen des Wachstums” bemühen müssen.
Was machen wir aber eigentlich mit dem gegenteiligen Auschlag in Richtung extremes Untergewicht? Entspricht das eher Ihrem Ideal eines kernigem Europäers oder gar nur Deutschen? Wo sind denn hierzu die Kostenaufstellungen? Wo kommen denn diese Ideale her? Wer in einer Universität arbeitet, wie ich, dem fallen die Zunahme der Extreme in dieser Richtung auch auf. Kommt man dann ins Gespräch, gibt es darunter eine gute Anzahl derer, die Ihre “Grenzen des Wachstums” mit Verringerung des persönlichen, ökologischen Fußabdruckes voll auf beachtenswert schätzen. Das Leben, als wäre man schon tod, birgt aber auch gesundheitliche Risiken, deren Behandlung ebenso von der Allgemeinheit getragen wird, wie die Behandlung der Probleme bei den Bewegungsfanatikern. Empörung gibt es aber nur bei der angeblich maßlosen Völlerei der Pummelchen.
Der menschliche Körper ist als Objekt sozialistischer Gleichmacherei wenig geeignet und klinische Beobachtungstudien, nach denen ein Teil der Bevölkerung mehr Gesundheitskosten für sich in Anspruch nimmt als der Andere sind nun wahrlich leicht zu erbringen. Die Umerziehung und Umgestaltung der Gesellschaft, auch auf diesem Wege, ist doch schon lange im Gange. Die, die die Diskriminierung allerorten am schärftsten bekämpfen wollen, merken nicht einmal, daß sie ständig neue schaffen. Da steht ihre eigene Intoleranz im Wege.
Beste Grüße B.
@bibliothekar
Angenommen, sie machen einen Winterauflug in die Alpen, mit oder ohne Schi, sie gehen wandern und verunglücken, weil sie gesicherte Wanderwege oder Pisten verlassen haben!
Sie werden mit Glück von Suchmannschaften und Rettungskräften gerettet, erstversorgt und in ein KH gebracht. Die dafür anfallenden Kosten werden ihnen einige Wochen nach dem Einsatz in Rechnung gestellt!
Sie haben sogar dafür eine Extraversicherung abgeschlossen, die sie nun in Anspruch nehmen möchten, zu recht wie sie glauben. Und jetzt wird sich ihre Versicherung zumindest daran halten, dass sie leichtsinnig gehandelt haben und wird versuchen sich schadlos zu halten und meist auch erfolgreich die Zahlung verweigern.
Jetzt erklären sie mir bitte schlüssig, dass ein übergewichtiger Mensch unabsichtlich und nicht leichtsinnig handelt.
Das was sie propagieren, ist völlig verantwortungsloses Handeln ohne Konsequenzen für die Menschen.
Ich persönlich bin doch ein Befürworter von zwischen den Extremen liegenden Körperformen und sehe selbstverständlich auch die Magersüchtigen aus ähnlicher Perspektive, nur waren dei nicht das Thema, aber sei´s drum, jetzt sind die auch dabei.
Da sie die Bemühungen nach etwas weniger Hüftspeck mit sozialistischer Gleichmacherei gleichsetzen, darf ich daran erinnern, dass in Deutschland schon lange vor dem von ihnen scheinbar so verachteten Sozialismus versucht wurde, einen besondern Menschentypus zu schaffen.
Und das was sie immer wieder so beharrlich als Umerziehung und Umgestaltung der Gesellschaft bezeichnen ist für mich gesellschaftlicher Wandel, ohne den wir nicht dort wären wo wir heute sind.
Daher erlaube ich mir die Frage:
In welcher Zeit würden sie denn gerne leben?
Mit freundschaftlichem Gruß. E.moser
@ e.moser
Ich mach’s kurz. Nicht in einer von den Mosers gestalteten Zukunft.
noch kürzer: In einer noch weiter entsolidarisierten Zeit also?
@ moser
Ihre Mär vom, ach so bitter kalten Kapitalismus, ist mir schlichtweg zu billig und fern der Realität aus dem großen Buch der Agitation und Propaganda abgeschrieben. Nie waren die sozialen Hängematten größer und komfortabler als heute. Die öffentliche Hand kann sich Berufsbilder leisten, da bleibt einem nur noch die Spucke weg. Haben Sie sich einmal angesehen, mit welchem Unsinn man sich heutzutage, auf Steuerkosten, an Universitäten beschaftigen darf? Und, dann wird gebarmt, daß Dicke Kosten verursachen würden, die die Allgemeinheit zu tragen hätte?
Deutschland ist zum Beispiel so reich, daß man sogar auf eine sichere Stromversorgung verzichten kann. Selbst über ein bedingungsloses Grundeinkommen darf nachgedacht werden und für die Rettung des Euro gibt es ja nun gar keine Hemmungen mehr. Kein Wunder also, wenn statt Wohlstand nur noch Mäßigung verkündet wird. Es kommt eben nicht darauf an, wie der Reichtum verteilt ist, sondern für was man den Reichtum ausgibt und wer für das Verteilen zuständig ist. Die Krisenritter und -retter von heute, können sich alle nicht mehr an ihr Handeln von gestern erinnern und die Ursachen liegen immer bei den Anderen.
Bei allen Ausnahmen und Schwierigkeiten, lebt es sich unterm Strich sehr passabel im pösen Kapitalismus. Warum nur, moser, ist für Sie der Horizont stets nur die Kante zum Abgrund?
Beste Grüße B.
Werter Bibliothekar,
jetzt rudern sie aber weitab von jedem rettenden Ufer umher, denn wie sonst ist es erklärbar, dass sie mir solche Kapitalismusabneigung unterstellen, was ja an und für sich schon eine Themenverfehlung ist, aber sei es drum, das kann ich als selbständiger produzierender Gewerbemann verkraften, denn ich habe nicht so leicht mit vollen Hosen stinken wie eben ein Bibliothekar, so sie denn einer sind.
Als Gewerbemann habe ich eine andere Auffassung von Verantwortung und einen andern Zugang zu allgemeiner Solidarität als ein Bankmanager oder in geschützen Berufsumfeldern tätige Menschen. Daher verbitte ich mir solch oberflächlichen Zuschreibungen.
Ich habe klar und deutlich die Entwicklung diverser sog. “Neue Berufe” ab Mitte der 70er Jahre vor mir, nicht nur an den Stätten der Forschung und Wissenschaft, sondern notwendigerweise vor allem in der Privatwirtschaft.
Hier wird seither gecoacht und beraten was das Zeug hält, dort werden Medikamente entwickelt für die es die Krankheiten noch gar nicht gibt, und da wiederum werden “besondere” Formen der Kapitalbildung erdacht. Und von wem glauben sie wird das alles bezahlt?
Mein Horizont war niemals die Kante des Abgrundes, ich gehörte immer zu denen, die die Kante des Abgrundes abgestützt und mit Material aufgefüllt haben, um sie zurückzudrängen.
Mit freundlichen Grüßen. E.Moser
Moser,
Sie sprechen davon, dass “Mäßigung eingefordert wird”.
Mit dem Mäßigungsbegriff liegen Sie in der Tradition der (religiösen) Abstinenzbewegungen des 19. Jahrhunderts, die in ihren Forderungen selbst stets alles andere als „gemäßigt“ waren.
Das „Einfordern“, im Zusammenhang mit ihrer übrigen ‚Denke‘ (der Begriff Denken wäre zu hoch gegriffen), wiederum erinnert an Slogans wie „Du hast die Pflicht, gesund zu sein“ oder „Dein Körper gehört dem Volk“ aus unseligsten Zeiten. Leider haben totalitäre Vorstellungen von der obrigkeitlichen Regulierung bis in die Körperöffnungen hinein wieder Hochkonjunktur. Insofern sind Sie ein Kind des Zeitgeists. Die Verachtung und Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer physischen Merkmale, und dazu gehört das primitive Bashing von sog. „Übergewichtigen“, ist leider wieder hoffähig geworden - und Sie tragen dazu bei.
@ e.moser
Lassen Sie mal gut sein, lieber Moser, die Bibliothekare müssen heute sogar mit leeren Hosen stinken, weil der Nutzer kaum die Frage stellt, wo denn das Geld für seine berechtigten Wünsche, wie Datenbanken, Zeitschriften, Bücher etc., herzukommt.
Aber, wie dem auch sei, wir müssen wieder zum Thema zurück und die Frage stellen, ob denn die Pummelchen eine Bedrohung für Ihr Gewerbe darstellen? Der politisch, statistische Trick wäre die Herabsetzung der willkürlichen Grenzwerte für Pummeligkeit. Ein verantwortungsvolles, solidarisches Produkt aus Ihrer Gewerbetätigkeit, nur für Pummels, gern auch ökologisch korrekt Carbon-Footprint-Low, könnte Sie versöhnlicher mit dieser entarteten Bevölkerungsgruppe stimmen.
Sollte ich Sie als “Ich bin ja selber Kapitalist” gekränkt haben, werde ich das bei Gelegenheit mit einer Einladung zu einem kleinen Bier aus der Welt schaffen.
Nun ja, sagen wir einfach mal die Verantwortung der Privatwirtschaft besteht darin Profit zu schaffen, sonst braucht man ja eigentlich gar nicht so eine Unternehmung anzufangen. Worin besteht dann Ihre andere Auffassung von Verantwortung als Gewerbeman? Altruismus oder gewissensberuhigende Fair Trade- oder Ökoprodukte? Spenden Sie alle Gewinne, so Sie denn welche erzielen, für soziale Zwecke? Warum so eine Scheu sich als Geschäftsmann zu outen? Der Gewerbemann war mal im 19.Jahrhundert gebräuchlich.
Beste Grüße B.
@e.moser
Ihre Ausführungen sind mir zu theoretisch. Gerne würde ich von ihnen erklärt haben, wie sie sich eine nicht “dem allgemeinen Zeitgeist entsprechende” Gesellschaft vorstellen.
Möchten sie Zustände wie in Amerika, wo es Firmen gesetzlich gestattet ist, Angestellten aus Risikogruppen, z.B. Übergewichtigen, bis zu 20 Prozent der Krankenversicherungkosten aufzuerlegen? Ab 2014 sollen sogar bis zu 50 Prozent möglich sein.
Oder bevorzugen sie Lösungen wie in Großbritannien, wo es Kliniken gibt, die Dicke und Raucher aus den Wartelisten streichen, es sei denn, sie würden erst ein zwölfwöchiges Entwöhnungsprogramm durchlaufen?
Oder finden sie Gefallen an der Idee von Forschern, die von den Vereinten Nationen eine Rahmenkonvention zur Kontrolle von Fettleibigkeit fordern?
Früher wurde Fettleibigkeit mit Reichtum und Gesundheit in Verbindung gebracht. Heute ist es neben dem Rauchen der letzte akzeptierte Grund für öffentliche Diskriminierung.
@bibliothekar
@nansy
Aber das Geld für die Gehälter der Bibl. wird wohl gesichert sein, das war gemeint.
Ich bestehe weiterhin darauf, ein Gewerbsmann = produzierendes Gewerbe und nicht ein Handelsmann zu sein, für einen Gewerken reicht die Größe des Betriebes lange nicht aus.
Meine über die notwendige Verantwortung des Gewinne machens hinausgehende Verantwortung sehe ich darin, dass Mitarbeitern in jeder Hinsicht optimale Arbeitsbedingungen und ein Betriebsklima geboten werden, damit sie nicht zu Frustfressern werden. Menschen müssen vom Lohn ihrer Arbeit so anständig leben können, damit sie nicht gezwungen sind, kohlehydrat- und fettreiches = BILLIGES Kram kaufen zu müssen.
Bei mir gibt es auch nichts geschenkt, aber Belohnungen!
Mir geht es immer darum, dass etwas thematisiert wird und nicht Leute zu verhöhnen.
Ich respektiere Menschen aller Erscheinungsformen, nehme mir aber gleichzeitig das Recht heraus zu sagen, dass WIR, der sog. hochentwickelte Westen, unser Übergewicht einer verrückten Nahrungsmittelindustrie/Landwirtschaft verdanken, die uns deutlich zeigt, wohin der “man kann endlos wachsen” Aberglaube letztendlich führt. Und zu guter letzt, wir fressen anderen Menschen auf dieser Erde die Teller leer.
Ihnen zu sagen, “schaut her, gesünder ist es allemal ein wenig anders”, und wenn du unbedingt der Meinung bist, eine operative Magenverkleinerung zu brauchen, die bitte zahle dir gefälligst selbst, und mache nicht noch eine Werbeshow daraus in div. Zeitungen und Fernsehprogrammen. Wie oft hat man denn im FS Gäste mit erheblichem Volumen, die zur besten Programmzeit wortreich darauf beharren, dass sie sich “sau/pudelwohl” fühlen und nicht müde werden darauf hinzuweisen, dass ihre Blut- und sonstigen Werte mit jedem “Normalo” locker mithalten.
Eine Mehrklassenmedizin ist, obwohl nicht USA oder GB, auch bei uns längst nicht wegzudiskutieren.
Die “Vollschlanken” Menschen die ich kenne, sind die wenigsten davon reich und gesund.
@ e.moser
Naja, es mag sich wohl um einen 1-Mann-Betrieb handeln. ;-)
Der Rest ist die übliche, automatisierte Wohlstandsschelte, wie gehabt. Man kann nur ganz weit zu Ihnen und Ihresgleichen heraufschauen, so tief sind wir Anderen in der Verkommenheit gelandet. Wir werden wohl die Schule der sozialistischen Arbeit der DDR Gewerkschaften neu als Schule des politisch, ökologisch, sozial und moralisch korrekten Handelns global wieder einführen müssen. Eine Moralpolizei täte auch not.
Beste Grüße B.
Gut so, endlich habe ich wenigstens Einen auf den rechten Weg gebracht. ;-))
@ e.moser
Hehe! Ich lasse mir das so nicht anhängen. Bitte auf den “linken Weg” schreiben, sonst kommt das in die falsche Kehle bei der fatalen Überkorrektheit heutzutage.
Ja, ich werde meine Experimente mit synthetischen Nahrungsgegenständen aufgeben und in meinem Garten ein biologisch dynamisches Rudolf-Steiner-Ehrenbeet einrichten. Mit den Kühen habe ich auch schon wegen der Hörner und dem Mist gesprochen. “Seht liebe Nachbarn” werde ich sagen “Ich bin jetzt ein Gutmensch und schwöre der Völlerei ab”. Für den Moser, der mich bekehrt hat, stifte ich ein Kerzlein in der Kirche. Nur, die Novo kann ich dann nicht mehr lesen, denn das führt unweigerlch zum Rückfall.
Hier, die gibt es bei uns am Sonntag:
http://www.superwurst.info/Start.html
Beste Grüße B.
Heissa Juche, jetzt ist es so weit.
“Fleisch” wird aus Stammzellen in der Retorte gezüchtet, oder zumindest glaubt man, es zu können.
Ich freue mich schon auf den ersten “Parmaschinken” oder Jambon Iberico. Oder wird man sich diesen Schmarrn so es ihn einmal geben sollte, gemeinsam mit der Zahnpaste auf die Bürste quetschen?
Goldene Zeiten brechen an, wobei “brechen” gleich eine Doppelbedeutung bekommt, und das führt bei ausreichender Anwendung so nebenher auch zu Normalgewicht und stellt damit alle zufrieden.
Hat doch die Nahrungsmittelindustrie offensichtlich insgeheim die Absicht, aus uns lauter Individuen mit Ess/Brechstörung zu machen, was den Umsatz deutlich erhöhen würde. ;- ))
@ moser
Neu sind derartige Experimente ja nun nicht gerade. Statt sich gleich pauschal vor Ekel zu schütteln, sollte man schon ein paar Gedanken dazu beachten. Aber, wenn das Böse grüne Probleme lösen will, ist bei Ihnen natürlich der Spaß aus, oder? Als Variante könnte es so etwas tatsächlich einmal geben.
Zitat:
“Vielleicht fällt Ihnen das kulinarische Experiment leichter, wenn Sie wüßten, daß Sie damit womöglich eine Reihe von wirklich weltbewegenden Problemen lösen: Die umstrittene Massentierhaltung würde überflüssig werden, die Umweltbelastung durch die Unmengen von Gülle würde sinken, und die gesundheitlichen Risiken des Konsums von Fleisch, das oft Rückstände von Medikamenten aufweist oder mit Krankheitserregern verunreinigt ist, wären dann Schnee von gestern. Außerdem könnte auch die Ernährungslage in den Entwicklungsländern verbessert werden. Letztlich hilft künstliches Fleisch sogar, den Klimawandel zu bremsen, denn aus den Mägen von Abermillionen grasenden Rindern entweicht das klimaschädliche Gas Methan. “
http://www.welt.de/print-welt/article166438/Fleisch_aus_der_Retorte.html
Beste Grüße B.
Dass zuerst einmal die “schöne Seite der Braut” gezeigt wird, ist mehr als selbstverständlich.
Wie die großtechnische Produktion aussieht, was “vorne” hinein muss, dass “hinten” das Erwünschte herauskommt, mit Luft und Wasser alleine wird es nicht so richtig was werden, dazu muss ich nicht einmal den Konjunktiv bemühen.
Alles was sein könnte, ist Spekulation - und da haben wir ja nun wirklich schon mehr davon als uns gut tut.
MfG
e.moser




Da hilft doch nur die Zwangsbespeisung in der Kollektivküche, gemäß den Richtlinien des Ethikrates zur gesunden, ökologisch korrekten Volksernährung. Die mehrmonatige Intensiv-Schulung unwilliger Subjekte in staatlich kontrollierten Schulungsobjekten sollte unterstützend den gesamten Prozess begleiten. Die Kontrollgremien der Ernährungsbeauftragten des Bundes, der Länder und der Kommunen werden die Durchsetzung des Verbotes der individuellen Nahrungsaufnahme überwachen. Über die Einführung der Pflicht zur Führung eines Ernährungstagebuches wird eine Expertengruppe der EU-Kommission in den nächsten Tagen die zuständigen Fachminister der nationalen Ernährungsgebiete informieren.
Zur Sicherung der Ernährungsversorgung aller Kollektivmitglieder wird der BMI ab 2014 in 5% Schritten jährlich abgesengt. Mit Hilfe der Smart-Grid Technologie wird der günstigste Zeitpunkt zur Nahrungsaufnahme für die einzelnen Ernährungszustandsgruppen geregelt.
Das Angebot an CO2-haltigen Lebensmitteln soll bis 2030 auf 2% aller dargereichten Lebensmittel reduziert werden.
Die durch diese Maßnahmen freiwerdenden Fettreserven werden eingeschmolzen und in Demeter-Behältern in die, im Zuge der Energiewende freiwerdende Asse eingelagert. Das ranzig werden wir durch Astral-Äther über mit Kuhdung gefüllte Hörnchen gedämpft.
Beste Grüße B.
Bibliothekar
23.01.2012 23:12