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Fortschrittsphobie

Wieso wir uns vor der Technik fürchten

Menschen sorgen sich. Sie wollen Risiken vermeiden. Sie wollen gesund bleiben. Sie sind daher empfänglich für Warnungen und Paniken aller Art. Wenn es bei einem Thema viel und regelmäßig davon gibt, entwickelt sich eine stabile Abneigung, für die dem Einzelnen selten eine Begründung abverlangt wird. Zu den ständig befeuerten Dauerbrennern unter den Besorgnis-, Abwehr-, Angst- und Widerstandsauslösern zählen zweifellos die Kernenergie, die Gentechnik und die Chemie. Relativ neu dabei ist die Nanotechnologie, von der viele noch nicht wissen, ob sie sie unter Gut oder Böse einsortieren sollen.

Unser Rat lautet natürlich: Bitte gar nicht einsortieren! Keine Technologie ist entweder gut oder böse. Das gilt für die Atomkraft, deren Möglichkeiten wir bisher noch kaum ausgeschöpft haben, die aber in den nächsten Jahrzehnten dank neuartiger Reaktortypen dafür sorgen könnte, dass das alte Versprechen von unbegrenzter, billiger Energie wieder an Überzeugungskraft gewinnt. Es gilt für die Gentechnik, für deren Ablehnung heute das wenig beeindruckende Argument auszureichen scheint, dass aus unbekannten Gründen unbekannte Risiken mit ihr verbunden sein könnten.

Es gilt selbstverständlich für die Chemie, bei der Image und tatsächlicher Wert eklatant auseinanderklaffen. Die Chemophobie basiert vor allem auf einem unrealistischen Naturbegriff und der kompletten Ignorierung der simplen Tatsache, dass Giftigkeit kein Merkmal einer Substanz sondern einer Dosis ist. Und es gilt für die Nanotechnologie. Denn es ist eine absurde Idee, schiere Kleinheit per se zur Gefahr zu erklären.

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