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Die Herrschaft der Besseresser

Warum uns auf den Teller regiert wird

m Boom der Biolebensmittel offenbart sich die Widersprüchlich- keit der modernen Denk- und Lebensweise. Erst die industrielle Herstellung von Lebensmitteln samt moderner Agrartechnik, intensiver Flächennutzung, hygienisch überwachter Tierhaltung und hoch automatisierter Verarbeitung hat eine Gesellschaft mög- lich gemacht, in der nicht ein Großteil der Bevölkerung mit der Herstellung von Nahrungsmitteln beschäftigt ist. Gewächshäuser und schnelle Transportwege machen es möglich, das ganze Jahr über vitaminreiche Kost zu essen. Noch nie waren Lebensmittel so vielfältig, hochwertig und sicher wie heute.

Dennoch beschäftigen sich ausgerechnet heute immer mehr Menschen immer intensiver damit, wie sie sich möglichst gesund ernähren können und bedienen sich dabei aus einem reichhaltigen Sortiment an Irrlehren und Fehlinformationen. Nutznießer dieser grassierenden Obsession sind vor allem die Anbieter von Biolebens- mitteln. Dabei sind diese weder gesünder als konventionelle, noch ist ihre Herstellung besser für die Umwelt. Biolandwirtschaft ist vor allem eines: ineffizient. Ihr übermäßiger Flächenverbrauch geht zu Lasten der Natur, ohne dass wir dadurch irgendwelche Vorteile hätten. Sie bedient in globaler Hinsicht einen Nischenmarkt, dessen Kundschaft kaufkräftig und verunsichert ist, allerdings nichtsde- stotrotz mit großem Sendungsbewusstsein ausgestattet und bereit, den Kampf gegen die Entwicklung und Verbreitung neuer Tech- nologien mit ihren Spenden an einschlägige NGOs zu finanzieren. Das wird den Fortschritt in der modernen Lebensmittelerzeugung nicht aufhalten, mag ihn aber verzögern. Blicken wir aufs eigene Land, so haben wir vor allem eine intellektuelle Verarmung infol- ge der sinnlosen Dauerbeschäftigung mit vermeintlich gesunder Ernährung zu beklagen – und den Tod von 53 Menschen, denen im Mai 2011 ihre bewusst ökologische Ernährung zum Verhängnis wurde, weil sie sich durch den Verzehr von Bio-Sprossen mit dem Ehec Bakterium infizierten.

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