Mehr Energie bitte – und zwar massig!
Desertec ist ein Projekt, das sich wohltuend von der aktuellen kleingeistigen Energiepolitik abhebt. Es könnte ein Schritt sein, endlich die sogenannten erneuerbaren Energien aus dem Würgegriff der grünen Ideologie zu befreien. Von Thilo Spahl
Bisher war es nur ein kurzes Aufflackern. Am 13. Juli 2009 trafen sich Vertreter von Siemens, Münchner Rück, Deutsche Bank, ABB, E.ON, RWE und sechs weiterer Unternehmen in München. Sie gaben bekannt, die Desertec Industrial Initiative Planungsgesellschaft (DII) zu gründen, um in den nächsten drei Jahren eine Idee zu konkretisieren, die in der Öffentlichkeit viel Aufmerksamkeit bekam: die Versorgung Europas und Nordafrikas mit Wüstenstrom. Das Potenzial ist offensichtlich. Die Idee ist nicht neu. Aber bisher hatte keiner bekundet, sie tatsächlich in die Tat umsetzen zu wollen.
Nun wissen wir, dass Ankündigen und Umsetzen zwei verschiedene Dinge sind. Aber immerhin: Während es in der Energiepolitik in Deutschland bisher nur eine Devise gab, gibt es jetzt zwei. Konkurrenz belebt auch in den öffentlichen Debatten das Geschäft. Devise eins, die heute fast eine Monopolstellung innehat, lautet: „Sparen, sparen, Klima schützen!“ Für Devise zwei will ich mal vorsichtig die Formulierung „Zu neuen Ufern!“ wählen. Desertec ist ein guter Anfang. Es ist ein Projekt, das sich wohltuend vom kleingeistigen Thermostatengeschraube abhebt, das derzeit die Energiepolitik kennzeichnet. Es könnte ein Schritt sein, endlich die sogenannten erneuerbaren Energien aus dem Würgegriff der grünen Ideologie zu befreien, durch die ihre Entwicklung zwar einerseits angestoßen und in bescheidenem Maße auch befördert wurde, die aber gleichzeitig die tatsächliche Entfaltung der großartigen Potenziale erfolgreich gehemmt hat und weiter hemmen wird, wenn sie ihre Vorherrschaft im politischen Diskurs bewahrt.
Grüne Großtechnik
Desertec bringt Bewegung in die Debatte. Zunächst einmal verspricht das 400-Milliarden-Euro-Projekt einen massiven Schub für Solar- und Windenergie. Die Initiatoren können sich daher breiter genereller Zustimmung sicher sein. Quer durch die Parteien und Medien zeigt sich im Großen und Ganzen Wohlwollen. Nur Solarenergie-Guru Hermann Scheer (SPD) scherte aus dem Chor der Befürworter aus und bezeichnete das Vorhaben als „Fata Morgana, die nicht ausreichend politisch und wirtschaftlich betrachtet worden ist“.(1) Der Gesamtaufwand des Projekts sei kaum kalkulierbar, die Unwägbarkeiten seien zu groß. Schaut man genauer hin, so sieht man, dass auch der Vorsitzende des Weltrats für Erneuerbare Energien, Präsident von Eurosolar und Träger des Alternativen Nobelpreises nicht wirklich gegen die Gewinnung von Sonnenenergie in der Wüste ist. Seine Kritik bezieht sich in erster Linie auf den Import des Stroms nach Europa. Letztlich ist seine Position damit gar nicht so verschieden von der von Greenpeace und anderer Organisationen des grünen Spektrums. So richtig passt ihnen allen die Sache nicht, denn „grüne Großtechnik“ ist in ihrer Weltsicht ein schwarzer Schimmel. Es darf sie eigentlich nicht geben.
Spätestens wenn mit einer rationalen Nutzung der Sonnenenergie im großen Stil, wie er im Desertec-Projekt bisher ja nur skizziert ist, ernst gemacht würde; wenn es hieße „Jetzt aber Schluss mit dem Firlefanz auf deutschen Dächern, lasst uns die Sache richtig angehen!“, dann würden auch viele, die heute dem Projekt noch applaudieren, einen Rückzieher machen. Andree Böhling, „Energie-Experte“ von Greenpeace, kommentierte Desertec so: „Die Energiekonzerne, Finanzinstitute und Anlagenbauer können die Nutzung von Wüstenstrom zu einem weltweitem Vorbild machen. Den Ankündigungen müssen deshalb schnell Taten folgen, und die Vision vom Sonnenstrom aus den Wüsten darf nicht als zum grünen Feigenblatt verkommen. Die dramatische Klimaveränderung macht einen noch schnelleren Abschied von fossilen und nuklearen Energiequellen und eine breite Nutzung von Ökostrom notwendig, der zukünftig auch aus Wüstenimporten bestehen kann. Der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik in Deutschland hat aber weiter Vorrang.“(2) Der letzte Satz lässt aufhorchen. Und auch der vorletzte bestätigt, dass Greenpeace die neue Energie nur als Mittel zum Zweck zur Verabschiedung der alten dient.
Auch der Chef-Klimaschützer der Bundesregierung, Hans Joachim Schellnhuber, ist angetan: „An diesem Vorhaben kommt niemand vorbei: Die Solarenergie aus großen Kraftwerken im Sonnengürtel der Erde wird zukünftig eine strategische Rolle bei der globalen Energieversorgung spielen – und das ganz ohne Nebenwirkungen und Endlagerprobleme“, wird er in der Financial Times Deutschland zitiert.(3)
Waffe gegen Atomkraft
Das klingt alles ziemlich nach Wunderwaffe gegen Atomkraft. Und für viele Grüne ist Desertec wohl genau das. Die Dominanz des Klimaschutzthemas hat über die letzten Jahre dazu geführt, dass die Atomausstiegspläne ziemlich zu bröckeln begannen. Trotz der positiven Entwicklung der erneuerbaren Energien war es jedem, der sich die Zahlen anschaute, klar, dass hoch subventionierte Solarpaneele auf deutschen Dächern nicht im Entferntesten zur Erreichung der massiven CO2-Reduktionsziele reichen – nicht in Deutschland, und schon gar nicht in der Welt. Vor einigen Jahren, als es nur darum ging, durch Energiesparen und Ausbau der erneuerbaren Energien die wegfallenden Kapazitäten durch Atomkraftwerke auszugleichen, war der Ausstieg noch großen Teilen der Bevölkerung vermittelbar. Doch wenn inzwischen auch mal eben Kohlekraftwerke verschwinden sollen, die heute noch über 40 Prozent der deutschen Stromproduktion ausmachen, wird auch den eifrigsten Klimaschutzstrategen klar, dass ein solcher Doppelausstieg ohne den Ausblick auf alternative Großprojekte als das erscheinen muss, was er ist: absurd.
Vor diesem Hintergrund lässt sich die Greenpeace-Position zu Desertec verstehen. Wenn der Kampagnengeschäftsführer des Vereins, Roland Hipp, sagt: „Wir müssen den CO2-Ausstoß drastisch senken, mit Klein-Klein kommen wir nicht weiter. Deshalb brauchen wir auch große Projekte – von Windparks im Meer bis zu Wüstenstrom“(4), dann meint er wohl damit, dass seine Organisation gezwungen ist, hier zu applaudieren, um sich nicht vollends in eine Sackgasse zu manövrieren. Wenn er von „Weiterkommen“ spricht, klingt das nicht nach Aufbruch in ein Zeitalter, in dem alle Menschen in Wohlstand leben. „Weiterkommen“ heißt hier nichts anderes als Weiterkommen auf dem Weg zum Minimum. Es bedeutet das Verharren in jenem düsteren Ausstiegsszenario, das sich an der Atomkraft festmacht, letztlich aber jede Form der Energienutzung als problematisch ansieht.
In ein ähnliches Dilemma wie Greenpeace dürften die Grünen geraten. Die Funktionäre applaudieren Desertec, die Basis meldet jedoch, den Wolf im Schafspelz entlarvt zu haben. „Ich bin mir sicher, was wir hier erleben, ist das, wovor ich euch seit Jahren warne: der Versuch der Energieversorger, eine Dezentralisierung der Energieerzeugung im Umschwung zu erneuerbaren Energien zu verhindern. Man baut gigantomanische Solarkraftanlagen in Afrika(!), weil man die kleinen, effizient und effektiv nutzbaren Energieerzeuger daheim nicht haben will“, teilt uns Stefan Meiners, Vorsitzender des Ortsverbandes Voerne der Grünen, in seinem Blog mit und spricht damit aus, was grünes Denken ist.(5)
Energie für Afrika
Afrika braucht sehr, sehr viel Energie. Energie ist der Schlüssel zu Entwicklung. Mit Energie kann man aus Meerwasser Trinkwasser machen und aus Luft Ammoniakdünger. Energie ist die Grundlage effizienter Landwirtschaft und moderner, sauberer Industrie. Eine Fläche von 300 mal 300 Kilometer mit Parabolspiegeln in der Sahara würde ausreichen, um den gesamten heutigen Energiebedarf der Erde zu decken. Da wird es doch wohl höchste Zeit anzufangen, den Energiebedarf Afrikas zu decken. Insofern ist die Kritik an Desertec, man solle doch bitte zuerst Strom für Afrika produzieren, bevor man Leitungen nach Europa baut, nachvollziehbar. Tatsächlich ist dies aber auch Teil des Plans: Desertec soll einen großen Teil des nordafrikanischen Bedarfs und zusätzlich etwa 15 Prozent des europäischen decken. Zu den Zielen zählen zudem „Wachstum- und Entwicklungschancen für die MENA-Region durch große Investitionen privater Geldgeber“ sowie „Sicherung der zukünftigen Trinkwasserversorgung in den MENA-Ländern durch die Nutzung überschüssiger Energie in Meerwasser-Entsalzungsanlagen.“(6)
Nach Ansicht von Greenpeace & Co. darf
es grüne Großtechnik eigentlich nicht geben.
Johann-Dietrich Wörner, Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), und sein Mitarbeiter Franz Trieb schreiben: „Bis dahin [2050] werden der Mittlere Osten und Nordafrika (Mena) ähnlich große Stromverbraucher sein wie Europa und ihre Versorgung vermutlich ebenfalls weitgehend auf erneuerbare Quellen ausgerichtet haben.“(7) Richtig! Das Ziel muss sein, den Energieverbrauch Afrikas auf europäisches Niveau zu heben. Ob es realistisch ist, sich dabei auf regenerative Energiequellen zu begrenzen, ist allerdings fraglich. Wahrscheinlicher und sinnvoller wird es sein, dass auch Afrika alle verfügbaren Energiequellen nutzt. Etwa bei der Wasserkraft mit Europa gleichzuziehen und die eigenen Potenziale in gleichem Ausmaß zu nutzen, hieße für Afrika eine Verzehnfachung der Kapazitäten. Hierzu können vor allem Projekte beitragen, die in ähnlichen Größenordnungen wie Desertec denken. Während für Desertec die Zahl von 100 Gigawatt im Raum steht, könnte etwa ein neuer Damm am Kongo („Grand Inga“) mit veranschlagten 80 Milliarden Euro Investitionen fast 40 Gigawatt liefern.
Es wurde sogar die Vermutung geäußert, den im Konsortium vertretenen Firmen gehe es vielleicht in erster Linie um Afrika. Das wäre eine interessante Überlegung. Die beteiligten Konzerne wollen Geschäfte machen. Sie brauchen politische Unterstützung und wollen Anschubfinanzierung, also geben sie den Slogan „Wüstenstrom für Europa“ aus. In Wahrheit geht es ihnen vielleicht um Wüstenstrom für Afrika. Aber sie ahnen, dass die kleingeistige deutsche Politik sich nicht für die Entwicklung Afrikas interessiert. Vielleicht geht es ihnen vor allem darum, ein Großprojekt praktisch zu erproben, sich Referenzobjekte zu schaffen, um die Technik dann weltweit zu verkaufen. Das wäre legitim und allemal eine bessere Motivation als jene, die Max Schön, Präsident der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome, einer der Initiatoren von Desertec, formuliert: „Ich weiß gar nicht, wie sich viele vorstellen, wie man Migrationsströme aus Nordafrika aufhalten will, wenn man nicht gleichzeitig auch mit daran teilhat, dass es einen gewissen Reichtum in Nordafrika gibt.“(8)
Eine Fläche von 300 mal 300 Kilometer mit
Parabolspiegeln in der Sahara würde ausreichen,
um den globalen Energiebedarf zu decken.
Andere schlechte Gründe nennt der Sprecher der Welthungerhilfe, Ralph Dickerhoff: „Afrika darf nicht denselben Fehler machen wie wir und in Kohle, Gas und Atom investieren.“9 Eine solche, politisch korrekt schnell dahingesagte Aussage ist in hohem Maße lächerlich. Wo stünde Europa und die gesamte entwickelte Welt heute ohne die ausgiebige Nutzung fossiler Energien? Im Mittelalter! Und wo wird Afrika verharren, wenn der Westen weiter erfolgreich gegen den Bau von Staudämmen, Kohlekraftwerken, Atomkraftwerken und mitunter auch Solarkraftwerken kämpft oder zumindest entsprechende Investitionen unterlässt? In Armut.
Astronomische Energie
James Woudhuysen und Joe Kaplinsky fragen in ihrem
jüngst erschienenen und sehr empfehlenswerten Buch Energise!
A Future for Energy Innovation, warum wir eigentlich von
„erneuerbaren“ Energien sprechen, wo doch die Sonne keineswegs
erneuerbar ist, sondern unwiederbringlich verschwinden
wird, wenn der Fusionsreaktor in ihrem Inneren in sehr ferner
Zukunft zum Erliegen kommt. Sie schlagen als Alternative den
Begriff „astronomische“ Energie vor. Zum einen, weil es sich
bei Wind-, Wasser-, Sonnen- sowie geothermischer Energie um
Energieflüsse handelt, die für die Erde als astronomische Einheit,
als Planet, dauerhafte Gegebenheiten sind, die nicht aufgebraucht
werden können. Zum anderen aber auch, um darauf
hinzuweisen, dass wir es mit astronomischen Mengen zu tun
haben. Die aktuell vom Menschen genutzte Energie macht nur
den 50.000sten Teil der Energie aus, die im gleichen Zeitraum
von der Sonne auf die Erde gelangt. Es ist also sehr viel Raum
nach oben. Und uns Menschen stünde es gut an, unsere Intelligenz
dafür zu nutzen, diese Energie in einer Weise zu nutzen,
dass kein Mangel herrscht.
Im 19. und im 20. Jahrhundert hat sich die Energiegewinnung
jeweils versechzehnfacht. Seit 200 Jahren haben wir also eine
Verdopplung alle 25 Jahre. Dieses Tempo beizubehalten darf
heute wohl als mutige Forderung gelten. Es ist eine Forderung,
der sich Greenpeace niemals anschließen würde. Hipp hat andere
Visionen: „Deutschland kann bis 2020 rund 15 Prozent des
heutigen Stromverbrauchs einsparen. Ein konsequenter Verzicht
auf Stand-by entspricht nach Expertenmeinung allein zwei
Atomkraftwerken.“10 Woudhuysen und Kaplinsky wehren sich
energisch gegen solche retrograden Utopien. Sie fordern, endlich
mit dem obzessiven Energiesparen aufzuhören. Und sie haben
recht. Wir wollen nicht beständig durch die Wohnung tapsen
und schauen, ob irgendwo noch ein kleines LED-Lämpchen
trübe vor sich hin dämmert und den Atomausstieg verzögert.
Wir wollen eine vernünftige Energiepolitik, die reaktive, klimaschutzbefeuerte
Lösungen hinter sich lässt und für effiziente
Erzeugung von sehr viel Energie kämpft, sodass wir sie unbeschwert
verbrauchen können. Energiesparen ist nicht Aufgabe
von Verbrauchern, sondern von Forschern und Ingenieuren, die
neue, effizientere Technologien entwickeln.
Energieversorgung als Menschheitsaufgabe
Die Autoren von Energise! fordern zweitens, mit dem Ausspielen einer Energiequelle gegen die andere aufzuhören. Wir werden fossile Energiequellen auf intelligente Art weiter nutzen, wir werden Atomenergie mit den Reaktoren der vierten Generation und mittelfristig Fusionskraftwerken noch massiv ausbauen, wir werden Biokraftstoffe der dritten und vierten Generation auf Basis synthetischer Biologie nutzen, und wir werden astronomische Energien in einem Ausmaß nutzen, das von Grünen noch weit unterschätzt wird. Heute ist Solarenergie alles andere als wirtschaftlich. In Deutschland sind Solarzellen auf dem Dach bessere Gimmicks und eine beliebte Methode für die grüne Mittelschicht, Umweltbewusstsein zu demonstrieren und gleichzeitig sichere Gewinne aus den staatlich garantierten Höchstpreisen für den eingespeisten Strom zu machen. Auf einem solchen Niveau kann die Solarenergie nicht bleiben. Die großtechnische Nutzung in sonnenreichen Regionen und große Anstrengungen in der Forschung werden aber dazu führen, dass sie mittelfristig global Energie in astronomischen Mengen für die Menschen bereitstellen wird.
Wir brauchen diesen im heutigen defensiven Diskurs gern beschworenen Energiemix nicht, um die Sicherheit zu erhöhen, sondern vor allem darum, um die Energienutzung weiter schnell zu steigern und so im globalen Maßstab Fortschritt und steigende Lebensstandards zu ermöglichen. Wichtiger Bestandteil dieses Fortschritts sind Netze: Stromnetze, und ebenso Wassernetze und natürlich das Internet, sind Höhepunkte der Zivilisation, auf die wir stolz sein können. Auch deshalb ist Desertec ein guter Ansatz und ein Signal gegen den provinziellen Lokalfetischismus. Europa und Afrika müssen zusammenwachsen. Stromnetze können einen Beitrag dazu leisten. „Da braut sich was zusammen, etwas Demokratisches, über Grenzen hinweg Verbindendes – das aber noch klein und zerbrechlich ist“, schreibt der Berliner Tagesspiegel am 13. Juli zu Desertec. Das ist richtig beobachtet. Und es ist wichtig. Energieversorgung ist eine Menschheitsaufgabe, die im internationalen Maßstab gesehen und betrieben werden muss. Eine zukunftsweisende Energiepolitik ist das Gegenteil vom aufgemotzten pseudo-autarken Passivhaus. Der Leitsatz der Umweltpolitik muss lauten, dass diese billige und für jeden überall und jederzeit verfügbare Energie auf umweltverträgliche Art und Weise gewonnen und genutzt wird. Wir müssen aufhören, Umweltschutz und Energienutzung als Gegensätze zu sehen.
Thilo Spahl ist Novo-Redakteur und lebt in Berlin. Demnächst erscheint
von ihm gemeinsam mit Detlev Ganten und Thomas Deichmann
Die Steinzeit steckt uns in den Knochen. Gesundheit als Erbe der Evolution
(Piper 2009, 320 S., EUR 19,95).
Lesetipp
James Woudhuysen/Joe Kaplinsky:
Energise! A Future for Energy Innovation,
Beautiful Books, London 2009, 576 S., EUR 9,99
Anmerkungen
1 „Kritiker schicken Desertec in die Wüste“ in: Netzzeitung, 13.7.09,
netzeitung.de.
2 Greenpeace-Pressemitteilung: „Desertec-Initiative hat Modellcharakter“,
13.07.09, greenpeace.de.
3 FTD.de, 13.7.09.
4 „Die Solarenergie wird sich rentieren“ in: Spiegel Online, 9.7.09,
spiegel.de.
5 „Desertec? Wozu?“ in: unkreativ.net, 13.7.09.
6 DII Presseinformation – München, 13.7.09.
7 „Desertec – Ersatz für Kernkraftwerke“ in: Frankfurter
Rundschau Online, 16.7.09, fr-online.de.
8 „Regenerative Energien helfen, Klimakatastrophe zu
verhindern“ in: Deutschlandfunk, 13.7.09, www.dradio.de.
9 „Europas Industrie setzt auf Solarstrom made in Afrika“ in:
Spiegel Online, 13.7.09, spiegel.de.
10 ebd.
Spahl äußert die Hoffnung, dass “die sogenannten erneuerbaren Energien aus dem Würgegriff der grünen Ideologie” endlich befreit werden könnten. Ich stelle mir die Frage, ob nicht der Hype um erneuerbare Energien ohne die grüne Ideologie überhaupt entstanden wäre. Der Fokus auf “erneuern” und “recyceln” wurde an anderer Stelle in Novo als Zeit- und Ressourcenverschwendung bezeichnet. Wenn wir davon ausgehen, dass wir theoretisch mit der Kernfusion uns aller globalen Energiesorgen entledigen können, wäre es nicht sinvoller, sich darauf zu konzentrieren? Großprojekte schön und gut - aber wenn es mittels Kernfusion kleiner, dezentraler, weniger störanfällig und zudem wesentlich effizienter ginge, warum nicht darauf setzen? Grüne Großtechnik ist immer noch “grün”.
Obwohl seit Beginn der Industriellen Revolution klar ist, dass die Steigerung des Lebensstandards auf der Bereitstellung von immer mehr und billigerer Energie basiert, ist es den Laubfrosch-Philosophen in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts gelungen, “nachhaltig” eine Denke zu produzieren, die da lautet: weniger = bescheidender = tugendhafter = humaner. Der Gutmensch ward geboren, sein jüngster Sprößling heißt Obama. Und weil diese Spezies nun weiß, dass Standby-Schaltungen für sich ganz allein ein (überflüssiges) Atomkraftwerk benötigen, dass sauber gespülte Joghurt-Becher an der Rettung des Planeten mitwirken und fair gekaufter Kaffee die Dritte Welt an unserem Wohlstand fair teilhaben lässt, wird die Forderung nach Bereitstellung von mehr Energie per se unmoralisch. So gesehen versteht man die ambivalente grüne Reaktion auf das Mega-Ding Desertec. Desertec ist nämlich nur insofern kompatibel mit grüner Philosophie, als das böse Atom und die stinkende Kohle überflüssig wären. Die verbissen zur Schau getragene gutmenschliche Verzichtsattitüde jedoch wird geradezu konterkariert, wenn Energie satt zur Verfügung stehen sollte.
Es nimmt jedoch wunder, dass die eigentliche Unbekannte des Projekts Desertec bisher nirgends thematisiert wurde. Afrika, die vielleicht unberechenbarste Region der Welt, soll das Zentrum, gewissermaßen die Hauptschlagader, globaler (oder wenigstens europäischer) Energieversorgung sein? Es ist doch geradezu ignorant zu glauben, man könne Energiesicherheit ohne den Aspekt der Stabilität und Verlässlichkeit des Lieferanten-Landes diskutieren oder gar garantieren. Selbst wenn die 300 qkm Photovoltaik auf sicherem Boden stünden, wer würde denn für die Sicherheit beim Transport des Stromes garantieren? Eine UNO-Truppe, SAFE (SAFe Electricity) vielleicht? Da scheint die Sicherung von nationalen Atomkraftwerken geradezu Routinearbeit, wenn man den Einfallsreichtum und die Entschlossenheit des modernen, durch Schurkenstaaten gestützten Terrorismus überdenkt.
Selbstverständlich ist es wichtig über Projekte wie Desertec nachzudenken und auf deren Realisierung hinzuarbeiten. Andererseits entsteht der Eindruck, daß bezogen auf den Kontinent Afrika Riesenspsrünge in die Zukunft angestrebt werden, ohne daß der erste oder nächste vergleichsweise kleine Schritt getan wird und das ist die Sicherstellung der Ernährung der Afrikaner aus eigener Kraft. Mit der Verhökerung von EU-Überschüssen ist das jedenfalls nicht zu schaffen. Und die derzeitige Lebenssituation der Afrikaner ist keinesfalls ein Garant für die Sicherung und Sicherheit eines derartigen Großprojektes.
Das Erschreckende an der bisherigen Energiediskussion ist vor allem, dass der in allen Bereichen – also auch und gerade im Bereich der Energieeffizienz und der Energiegewinnung – zwingend notwendige technische Fortschritt über Angstmechanismen erreicht werden soll. (1)
Fortschritt ist inzwischen anscheinend so verpönt, dass er nur dann akzeptiert wird, wenn hehre Ziele – hier Klimaschutz – damit verfolgt werden.
Unabhängig von der Tatsache, dass die Reduzierung von CO2 keinerlei Einfluss auf künftige Klimazustände haben wird (2), ist jede ernsthafte Anstrengung, Energie „in Massen“ zu produzieren, zu begrüßen.
Verzicht zu predigen und üppige Dividenden zu kassieren – unter anderem zu Lasten der an anderer Stelle so gern zitierten Witwe / Hartz IV-Famile, die von Rente / Sozialleistungen Ablasszahlungen nach dem ErneuerbareEnergieGesetz zu leisten haben – ist nicht moralisch. Übrigens ebenso wenig wie die Forderung nach „Bioprodukten“, die die Versorgung schon der jetzigen Weltbevölkerung nicht sicherstellen können.
Ja, Energie ist der Schlüssel zu einem besseren Leben. Und es ist etwas anderes, ob auf den stand-by-Modus oder auf elektrisches Licht, Kühlung, Heizung, Produktion usw. verzichtet wird / werden soll.
Ob Desertec tatsächlich realisiert wird – Josef Hueber hat auf die Sicherheitsprobleme hingewiesen – mögen die nächsten Jahre erweisen. Wichtig ist – und da stimme ich Thilo Spahl zu 100% zu –, dass die öffentliche Diskussion eine neue Richtung nimmt. Wenn die momentan utopisch anmutende Idee des Wüstenstroms das schafft, ist viel gewonnen. Das Ergebnis der Diskussion könnte auch Kernfusion, Brennstoffzelle oder was immer pfiffige Techniker– befreit von der ideologischen Last des „Klimaschutzes“ – entwickeln.
Massig Energie für alle, statt Wind- und Solardividende für einige wenige. Fortschritt um des Fortschritts Willen (und weil das Streben nach Neuem menschlich ist) und nicht, um ein Gas zu reduzieren, das als Ausgangsstoff für die Photosynthese Grundlage allen Lebens auf diesem Planeten ist.
(1) Mit vergleichbaren Angstmechanismen wird versucht, eben diesen technischen Fortschritt in anderen Bereichen (z.B. grüne Gentechnik) zu verhindern.
(2) „Das Klima ist ein schwer zu modellierendes chaotisches System und die langfristige Vorhersage möglicher Klimazustände ist nicht möglich.“ (Weltklimarat 2006)
Herrn Huebers Bedenken hinsichtlich der Sicherheit will ich aus grundsätzlichen Überlegungen nicht teilen. Ebenso wie es der Menschheit zuzutrauen ist, sehr viel Energie auf effiziente und saubere Art und Weise herzustellen, so ist ihr auch zuzutrauen, die globale Zusammenarbeit so zu gestalten, dass es keine Staaten gibt, die man zutreffend als “Schurkenstaaten” bezeichnen könnte. Auch das Problem Terrorismus wird in der Zukunft sehr wahrscheinlich eine ebenso unbedeutende Rolle spielen wie heute.
Wie wir uns bemühen müssen, das ökologisch begrenzte Denken zu überwinden, so müssen wir uns auch bemühen, das Bild vom düsteren Kontinent Afrika zu überwinden. Es entspricht heute nicht der Realität und es wird in Zukunft, wenn dort mehr investiert wird und das Wachstum weiter anzieht, erst recht nicht zutreffend sein.
Ich bin wie Herr Bombach der Meinung, dass die Kernfusionsforschung zu den ganz großen Herausforderungen zählt, die man mit höchstem Einsatz annehmen sollte. Ich halte aber die Unterscheidung in “grüne” (= schlechte) Technik und nicht-grüne gute Technik für falsch. Ich würde lieber zwischen High-Tech und Low-Tech unterscheiden. Eine Solarzelle oder ein Windrad auf dem heutigen technischen Stand sind durchaus beachtliche Resultate der Arbeit vieler Tausender Wissenschaftler und Ingenieure.
Das Problem ist nicht “grüne” Technik, sondern grüne Ideologie, in der Selbstbegrenzung des Menschen verklärt und verherrlicht wird.
Wir brauchen effiziente Energieerzeugung im großen Stil. Meiner Meinung nach haben alle astronomischen Energiequellen (und für beträchtliche Zeit auch noch die fossilen) das Potenzial, hierzu beizutragen. Deshalb plädiere ich für Vielfalt - allerdings auf hohem Niveau!
Zu Thilo Spahls Äußerung auf meinen Beitrag v. 13.10.09, 20:46
Da bin ich mehr als erstaunt, dass ein Mitarbeiter des Novo-Magazins, das ich bisher wegen des unverblendeten Blicks auf die Wirklichkeit geschätzt habe, derart weltfremde Äußerungen von einer ‘unbedeutenden Rolle des Terrorismus heute’ sowie einer globalen Zusammenarbeit - bei Abwesenheit von ’ Schurkenstaaten’ - äußert.
Dergleichen Beurteilung lässt ein grandioses Defizit an Zusammenschau politischer Gegebenheiten sowie eine grundlegende Unkenntnis im Bereich moderner Machtpolitik erkennen.
Nachtrag zu mir selbst (Beitrag 8)
Wer keine /nur kleine Sicherheitsbedenken bei Desertec hat, möge den folgenden Beitrag aus Vancouver lesen: The 21st Century threat: global energy terrorism
URL: http://republic-news.org/archive/132-repub/132_crawford.htm
Zu Herrn Hueber: Die verfahrene Lage in Afrika lässt einen bisweilen tatsächlich pessimistisch stimmen. Das DesertecProjekt kann, wenn man die ernüchterne Realität nicht genügend berücksichtigt, schnell zu einer bloßen Utopie werden. Was die Gegner von Desertec auch vorbringen und was man auch nicht so ohne Weiteres vom Tisch wischen kann, ist die Erwartung, dass auf diese Weise die Macht international verflochtener Großkonzerne, also die Konzentration im Energiesektor, weiter steigen könnte. Trotzdem finde ich es gut, aus der gegenwärtigen politischen Kleingeistigkeit in der Energiepolitik (wie auch der Politik insgesamt) mit einem großen visionären Wurf, der so viele Menschen Kontinente übergreifend vereinen könnte, einen Weg weisen zu wollen. Die Menschheit hat ein gewisses Entwicklungsstadium erreicht, in dem bislang ungekannter Ehrgeiz bei der Bewältigung schwieriger und verfahrener Lagen Begeisterung, neue Tatkraft und neue Ideen fördern kann. Das könnte zumindest indirekt auch den Frieden fördern und Bestrebungen in Afrika befördern, die auf (stammes-) und länderübergreifende Lösungen, auf konstruktive Zusammenarbeit zielen. Immer noch besser, als von vornherein auf den unbestreitbar vorhandenen “Teufeln im Detail” herumzureiten.
Als pensionierter Ingenieur, der in seiner aktiven Zeit auf der Suche nach Wasser und Öl lange Zeit in Nordafrika gearbeitet hat und die dortigen Verhältnisse gut kennt, habe ich mit „Desertec“ große Probleme. Um hier nur drei zu nennen:
1. Die Sandstürme, Ghiblies genannt, sind mir in lebhaftester Erinnerung. Da wurde es tagsüber fast schwarz; Zelte und sonstige Behausungen flogen durch die Gegend. Und hinterher war alles dick mit Sand bzw. Staub bedeckt.
2. Sie glauben, dass sich da „etwas zusammenbraut, über Grenzen hinweg Verbindendes“. Hierfür müsste ein Wunder geschehen. Etwa ein Dutzend betroffener
Staaten, die bisher eher aufeinander schossen als zusammenarbeiteten, müssten zur Kooperation gebracht werden.
3. Wer soll die Kosten tragen von schlappen 400 Mrd. Euro für ein Projekt, das eher an Aladins Wunderlampe erinnert? Die Notenpressen werden Sonderschichten für den weltweiten Energiehunger fahren. Geplant sind auch ein neuer Kongo-Damm (80 Mrd. Euro), die Ostsee-, die Nabucco- sowie die South-Stream-Leitung und diverse Nord-/Ostsee-Windparks (100 Mrd. Euro).
Auch bei den Windparks wird nicht zu Ende gedacht: Sie machen uns nicht unabhängiger von Öl oder Gas, aber abhängiger von den Launen des Windes. Deshalb werden zusätzliche Großkraftwerke an den Küsten gebraucht, um die schwankenden Kapazitäten der Turbinenfelder abstützen. Dies alles geschieht übrigens vor dem Hintergrund, dass rotgrüne Hobby-Energie-Experten unsere Billigstromkuh Kernkraft möglichst umgehend ausschalten wollen.
Folgenden interessanten Artikel zu Desertec fand ich in der “Zeit” 29/2009. Daraus ein Zitat.
“...Das größte Problem für Desertec bleibt die Ökonomie. Bis zum Jahr 2050 müssten rund 350 Milliarden Euro für die Kraftwerke und knapp 50 Milliarden Euro für die Leitungen investiert werden. Allerdings ersetzten diese Investitionen in die Sonnenkraft teilweise Energieinvestitionen, die ansonsten andernorts fällig würden. Zudem sind Ausgaben von knapp 400 Milliarden Euro über 40 Jahre nicht so viel, wie es den Anschein hat – und dafür muss nicht einmal der Vergleich zum Bankenrettungspaket der Bundesregierung in Höhe von 500 Milliarden Euro bemüht werden. Die spannende Frage lautet anders: Wie werden Investoren zum Bau solarthermischer Kraftwerke animiert, solange diese noch unwirtschaftlich sind?
Im Auftrag der Weltbank erforscht das Wolfgang Eichhammer vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Bei seinen Recherchen hat er festgestellt, dass manche nordafrikanische Länder, darunter Marokko, durchaus aus eigener Kraft die notwendigen Anreize setzen könnten. Bloß gäben viele Regierungen bei der Förderung regenerativen Stroms dem billigeren Windstrom den Vorzug, so Eichhammer. Das sei »ein Problem«.
Also müsste der Anschub zum Bau der Wüstenkraftwerke aus Europa kommen, beispielsweise indem existierende nationale Einspeisegesetze für nordafrikanischen Solarstrom geöffnet werden. Zusammen mit Gleichgesinnten aus anderen Fraktionen plant der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell bereits eine entsprechende Initiative. Noch besser fände er es, wenn sich die gesamte Europäische Union auf ein Einspeisegesetz für Solarstrom einigte….”
Betrachte ich nun den letzten Abschnitt, sehe ich das Problem, daß dieses Projekt, sollte es denn so kommen, wohl oder übel als finanzielle Last dem gemeinen Bürger über die Stromrechnung aufgebürdet wird.
Das Desertec Ideechen ist mit auf dem Mist der Münchener Rück gesprossen, einem “Gewinnler” des PIK und des Klima-Alarmismus, zu deren Finazierung die MüRü beiträgt, PIK und Alarmismus
Lieber Herr Deichmann
Bitte verzeihen Sie mir vorab meine drastische Wortwahl.
Desertec ist eine gigantische Arbeitsbeschaffungsmassnahme für gebeutelte Konzerne mit pseudo-grünen Anstrich und das ganze auf den Knochen und den Brieftaschen des deutschen oder sogar europäischen Stromkunden.
Die goldene Regel in der Energieversorgung heißt, baue den Erzeuger so nah wie möglich am Verbraucher um die Netzverluste so gering wie möglich zu halten.
Desertec widerspricht allem, was uns jemals gelehrt worden ist.
Der krönende Abschluss dieses bescheuerten “Großprojektes” ist der enorme Wasserverbrauch für Kühlungszwecke.
Andasol 1, das spanische Vorzeigeprojekt für unsinnige Öko-Energie benötigt 850.000 m³ Kühlwasser pro Jahr, das dem dortigen Grundwasser entnommen wird.
Nun rechne man das auf die Dimensionen des Desertecprojektes um und frage sich dann, wo das viele Wasser in der WÜSTE herkommen soll.
Gut, man kann ja solarbetrieben Meerwasserentsalzunganlagen für dieses irre Projekt vorsehen, in Anbetracht der Tatsachen das in Afrika der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung der Zugang zu sauberen Trinkwasser verwehrt wird, eine Verspottung der dortigen Menschen.
Das einzige lustige jedoch ist die Reaktion der hiesigen Öko-Mafia um Solarpapst S. und Genossen, die mögen diese Projekt nämlich auch nicht, sehen sie doch langsam ihre Felle wegschwimmen.
Im Desertec-Projekt äussert sich die wahre Absicht hinter dem “Klimawahn”, Profite für wenige, Ausbeutung für viele.
Hochachtungsvoll
Heinz Eng
Woher nur immer diese irrationale Wut auf eine angebliche “grüne Ideologie”. Welche Ideologie soll das sein, wo ist sie zu finden. Ich lese in der Novo immer wieder davon, in der deutschen oder einer anderen Industriegesellschaft kann davon jedenfalls keine Rede sein, dort ist sie nirgendwo als vorherrschende Meinung zu finden. Aus diesem Grund wird diese bloße Behauptung auch nirgendwo belegt, weil eine Empirie in der Gesellschaft das genaue Gegenteil zu Tage fördern würde!
Sicher, Politiker und Medien beten fast schon mantrahaft von Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Nur geht’s da sobald wieder die “ernsten Themen” auf dem Parkett stehen über bloße Lippenbekenntnisse nicht weit hinaus! Angesichts dieser Tatsache also von dominierender “grüner Ideologie” zu sprechen ist blanker Unfug und selbst von einer gehörigen Portion Ideologie gezeichnet. Wenn man sich übrigens mal einen Überblick über die Gesamtgesellschaft verschaffen würde, fiele schnell auf, dass auch hier keineswegs von dieser herbeifabulierten Ideologie die Rede sein kann.
Ansonsten, ja: Desertec ist ein herzlichst zu begrüßendes Projekt, auch wenn die Argumentation des Artikels hier ein bisschen schwach daherkommt. Um Afrika mit Energie zu versorgen, super! Und auch um Großprojekte zur Energieversorgung Europas wird man nicht herumkommen. Allein mit Dezentralität, die tatsächlich eine unerfüllbare Utopie (in positivem Sinne, denn sie wäre durchaus nicht unsympatisch) vieler Grüner bleiben wird, ist der Energiehunger nicht zu schaffen. Naiv und dumm ist es allerdings trotz allem nicht, wenn auch über Reduzierung des Verbrauchs nachgedacht wird. Das scheint dem Autor ja geradezu ein Dorn im Aug zu sein!
Das zitierte Buch, ich kenne es nicht, mag durchaus ein sehr gutes sein. Jedoch der Satz, man solle bei der Sonne nicht von erneuerbarer Energie sprechen, da sie selbst irgendwann ausgebrannt sein wird, ist dagegen doch großer Unsinn! Wenn das geschehen ist, ist auf der Erde schon lang kein Leben mehr! Daher ist aus irdischer und menschlicher Perspektive die Sonne durchaus als nichts anderes als erneuerbar zu sehen. Alles andere wäre da nur kleingeistige Erbsenzählerei ohne realen Bezug.
Ich möchte gerne mal wissen , warum bei den ganzen Diskussionen sich kein Medium traut,die wahrheit zu sagen , warum in Deutschland kein Geld mehr da ist .
Ich will es ihnen sagen,weil uns diese Bürokraten und Beamten die letzten Haare vom Kopf fressen, - denn es kann doch nicht sein dass dieses ” Klientel ” mittlerweile ganz Deutschland mit einen bürokratischen ” Terror ” überziehen,und dieses Volk dann mit nicht mehr nachvollziehbaren unverschämten Pensionen in den ihren” wohlverdienten” Ruhestand geschickt werden ,obwohl jeder weiß dass diese Versorgungen schon längst nicht mehr bezahlbar sind,da hilft auch nicht dass dieser blöd lachende ehemalige Bundesfinanzminister noch schnell 2008 viele Milliarden in den Pension Kassen dieser ” Klientel ” versenkt hat, und niemand hat Anzeige erstattet.
Oder mit welchen Recht diese Leute beim Arzt Privat Patienten sein müssen ,und dass bei diesen Krankenstand.
Oder schauen sie sich nur bei der Polizei um , bei den kleinsten vergehen steht eine ganze Kompanie mit den teuersten Luxus Karossen um den “Tatort “.
Oder mit welchen Recht dieses Volk solche Privilegien genießt , die noch gehütet werden wie bei der Mafia in Italien.
Bei den Lehrern ist ja nicht anders,da müssen wir für unsere Kinder viel Geld ausgeben dass sie was lernen,und der Steuerzahler hat für den Rest dieser Leute zu sorgen.
In Österreich wird zur Zeit mit diesen Privilegien aufgeräumt
Ich würde gerne wissen was da zutun wäre um diesen Schweinereien ein Ende zu bereiten, weil so kann es ja nicht mehr weiter gehen.
Robin Hood
ich habe auf meiner Homepage eine Analyse zu sog. solarthermischen Kraftwerken in der Wueste geschrieben. http://www.oekoreligion.npage.de.
Der Strom aus der Sahara faellt ueberwiegend im Sommer, Juli, August, an wenn der Stromverbrauch in Nordeuropa gering ist. Im Winter, wenn der hoechste Bedarf anfaellt, weniger.
Die Kosten fuer diesen religioesen Strom liegen knapp 10-mal hoeher als solcher aus umweltfreundlichen KKW. Der Bauaufwand betraegt gleichfalls knapp ein 10-faches. Wahrscheinlich bedarf es mehr Energie ein derartiges Oeko-Solarmonster zu errichten und zu betreiben als es je erzeugt.
Die Inistiatoren sind gem. WIWO eng mit ehemaligen Akteuren des Grauen Marktes verbunden. Die Absicht besteht darin den erzeugten Strom in die Nordafrikanischen Netze einzuspeisen (virtuell Deutschland) und ueber das EEG (Oekosubventionsgesetz) dem Deutschen Verbraucher in Rechnung zu stellen.
Der uebliche Oekoschwindel
Vandale



Ein hervorragender Artikel, der die Kleingeistigkeit des grünen Alarmismus schonungslos offenlegt. Statt des immerhin positiv wirkenden “Yes we can” von Barack Obama lautet deren Credo eher “No, we shouldn’t”. Es ist ermutigend, dass endlich überhaupt mal wieder über ein “Großprojekt” diskutiert wird - bei allen technischen Schwierigkeiten, die es zu bewältigen gilt. Eine Frage an die Experten: Wie soll die Desertec-Anlage vor dem Einfluss von Sandstürmen geschützt werden? Dazu habe ich bislang noch so gut wie nichts gelesen.
Michael Martins
13.10.2009 11:23